14.-16. November 2008, Erfurt, Messe Erfurt
| Antragsteller/innen: | KV Nordfriesland |
|---|---|
| Gegenstand: | Änderungsantrag zu E-01 |
| Anmerkungen: | KMV-Beschluss vom 27.10.2008 |
Änderungsantrag zu E-01
Die BDK möge beschließen:
Die Zeilen 117 - 119 werden nach "...Energien unwirtschaftlich sein werden." ersetzt durch:
Außerdem ist die Lagerung von CO2 in den salinen Aquiferen kontraproduktiv für die Nutzung der Tiefengeothermie, die vielenorts unabhängig von fossilen Brennstoffen für die Wärmerzeugung genutzt werden kann. Wer daher mit CCS heute den Bau schmutziger Kohlekraftwerke rechtfertigt, handelt unverantwortlich und suggeriert eine Lösung des Klimaproblems, ohne zu berücksichtigen, dass die Abscheidung von CO2 nur eine Verschiebung der Probleme in Zukunft und keine nachhaltige Lösung ist. Wir Grüne lehnen daher die CCS-Technologie als einen Irrweg ab.
Begründung:
- CCS spart kein CO2, sondern scheidet es nur ab
- im „Energie 2.0“ bringt die BT-Fraktion den Energiekonzernen ein Vertrauen entgegen (vgl. Energie 2.0, S. 7) , das durch nichts, was wir bisher von diesen erfahren haben gerechtfertigt wird. Warum sollte man den Konzernen glauben? Sie sind an Gewinnmaximierung interessiert. Wenn sie in CCS investieren, sind sie von ihrer Rendite überzeugt, in Übergangstechnologien investieren diese Riesen nicht.
- der Betrieb verbraucht Energie, so dass entsprechend mehr Kohle verfeuert werden muss und so noch mehr CO2 produziert wird
- Entwicklung, Bau und Betrieb verschlingen riesige Beträge, die den Strom bereits heute (Entwicklungskosten) verteuern
- Speicherung unterirdisch ist nicht nachweislich sicher
- Speicherkapazitäten in den ausgebeuteten Öl- und Gasfeldern sind sehr begrenzt
- Speicherung in Tiefsee ist noch gar nicht erforscht
- Bau von Pipelines ist teuer
- Tiefengeothermie nicht mehr nutzbar
- Nachrüstung bestehender Kohlekraftwerke nicht oder nur sehr unwirtschaftlich möglich
- Investitionen sollen direkt in erneuerbare Energien gesteckt werden, die eine nachhaltige Energieversorgung ohne Endlagerprobleme zur Verfügung stellen
Der Grüne Landesverband Schleswig-Holstein hat auf seinem Kleinen Parteitag am 20. September 2008 den Plänen von RWE, von NRW eine Pipeline zu bauen und das in dortigen Braunkohle- und Kohlekraftwerken abgeschiedene CO2 in Ostholstein und Nordfriesland zu speichern, aus oben genannten Gründen eine klare Absage erteilt. Die grüne Energie der Zukunft, wie sie in diesem Antrag gefordert wird, hat keinen Platz für die CO2-Speicherung. Wir bitten um eure Unterstützung für unsere Änderungsvorschläge.