28. Ordentliche Bundesdelegiertenkonferenz von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
14.-16. November 2008, Erfurt, Messe Erfurt
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E-01-078Energiewende vorantreiben - Atomkraft stoppen
Antragsteller/innen:KV Nordfriesland
Gegenstand:Änderungsantrag zu E-01
Anmerkungen:KMV-Beschluss vom 27.10.2008

Änderungsantrag zu E-01

Die BDK möge beschließen:

Die Zeilen 78 - 84 werden ersetzt mit:

Hier auf die Entwicklung der CCS-Technologie zu setzen, würde die Kohleverfeuerung auf weitere Jahrzehnte zementieren und die Übergangsphase zu einem Energiezeitalter ohne fossile Brennstoffe überpropotional verlängern. Die für die Forschung und Entwicklung der CO2-Abscheidungs- und -Speichertechnologie benötigten Mittel sollen stattdessen in den weiteren Ausbau und in die Verbesserung der Nutzung erneuerbarer Energien investiert werden.

Mit einer konsequenten Ablehnung neuer Kohlekraftwerke sind die Klimaziele für Deutschland, wie im Konzept „Energie 2.0“ dargestellt, bei einer gleichzeitigen gesicherten Energieversorgung ohne Atomkraft zu erreichen. Mit neuen Kohlekraftwerken würde Deutschland offenen Auges in die Klimafalle laufen. (weiter mit: "Denn selbst ...")

Begründung:

- CCS spart kein CO2, sondern scheidet es nur ab

- im „Energie 2.0“ bringt die BT-Fraktion den Energiekonzernen ein Vertrauen entgegen (vgl. Energie 2.0, S. 7) , das durch nichts, was wir bisher von diesen erfahren haben gerechtfertigt wird. Warum sollte man den Konzernen glauben? Sie sind an Gewinnmaximierung interessiert. Wenn sie in CCS investieren, sind sie von ihrer Rendite überzeugt, in Übergangstechnologien investieren diese Riesen nicht.

- der Betrieb verbraucht Energie, so dass entsprechend mehr Kohle verfeuert werden muss und so noch mehr CO2 produziert wird

- Entwicklung, Bau und Betrieb verschlingen riesige Beträge, die den Strom bereits heute (Entwicklungskosten) verteuern

- Speicherung unterirdisch ist nicht nachweislich sicher

- Speicherkapazitäten in den ausgebeuteten Öl- und Gasfeldern sind sehr begrenzt

- Speicherung in Tiefsee ist noch gar nicht erforscht

- Bau von Pipelines ist teuer

- Tiefengeothermie nicht mehr nutzbar

- Nachrüstung bestehender Kohlekraftwerke nicht oder nur sehr unwirtschaftlich möglich

- Investitionen sollen direkt in erneuerbare Energien gesteckt werden, die eine nachhaltige Energieversorgung ohne Endlagerprobleme zur Verfügung stellen

Der Grüne Landesverband Schleswig-Holstein hat auf seinem Kleinen Parteitag am 20. September 2008 den Plänen von RWE, von NRW eine Pipeline zu bauen und das in dortigen Braunkohle- und Kohlekraftwerken abgeschiedene CO2 in Ostholstein und Nordfriesland zu speichern, aus oben genannten Gründen eine klare Absage erteilt. Die grüne Energie der Zukunft, wie sie in diesem Antrag gefordert wird, hat keinen Platz für die CO2-Speicherung. Wir bitten um eure Unterstützung für unsere Änderungsvorschläge.

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