28. Ordentliche Bundesdelegiertenkonferenz von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
14.-16. November 2008, Erfurt, Messe Erfurt
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E-01-031Energiewende vorantreiben - Atomkraft stoppen
Antragsteller/innen:KV Nordfriesland
Gegenstand:Änderungsantrag zu E-01
Anmerkungen:KMV-Beschluss vom 27.10.2008

Änderungsantrag zu E-01

Die BDK möge beschließen:

Der Satz    "Wir fordern ein Moratorium für neue Kohlekraftwerke, solange die Technologie der CO2-Abscheidung und –Speicherung nicht erprobt, langfristig sicher und ökonomisch einsetzbar ist."    wird ersatzlos gestrichen.

Begründung:

- CCS spart kein CO2, sondern scheidet es nur ab

- im „Energie 2.0“ bringt die BT-Fraktion den Energiekonzernen ein Vertrauen entgegen (vgl. Energie 2.0, S. 7) , das durch nichts, was wir bisher von diesen erfahren haben gerechtfertigt wird. Warum sollte man den Konzernen glauben? Sie sind an Gewinnmaximierung interessiert. Wenn sie in CCS investieren, sind sie von ihrer Rendite überzeugt, in Übergangstechnologien investieren diese Riesen nicht.

- der Betrieb verbraucht Energie, so dass entsprechend mehr Kohle verfeuert werden muss und so noch mehr CO2 produziert wird

- Entwicklung, Bau und Betrieb verschlingen riesige Beträge, die den Strom bereits heute (Entwicklungskosten) verteuern

- Speicherung unterirdisch ist nicht nachweislich sicher

- Speicherkapazitäten in den ausgebeuteten Öl- und Gasfeldern sind sehr begrenzt

- Speicherung in Tiefsee ist noch gar nicht erforscht

- Bau von Pipelines ist teuer

- Tiefengeothermie nicht mehr nutzbar

- Nachrüstung bestehender Kohlekraftwerke nicht oder nur sehr unwirtschaftlich möglich

- Investitionen sollen direkt in erneuerbare Energien gesteckt werden, die eine nachhaltige Energieversorgung ohne Endlagerprobleme zur Verfügung stellen

Der Grüne Landesverband Schleswig-Holstein hat auf seinem Kleinen Parteitag am 20. September 2008 den Plänen von RWE, von NRW eine Pipeline zu bauen und das in dortigen Braunkohle- und Kohlekraftwerken abgeschiedene CO2 in Ostholstein und Nordfriesland zu speichern, aus oben genannten Gründen eine klare Absage erteilt. Die grüne Energie der Zukunft, wie sie in diesem Antrag gefordert wird, hat keinen Platz für die CO2-Speicherung. Wir bitten um eure Unterstützung für unsere Änderungsvorschläge.

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