31. Ordentliche Bundesdelegiertenkonferenz von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
24. - 25. Oktober 2009, Rostock, HanseMesse
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K-01-038Klimapolitik: Keine Kompromisse
Antragsteller/innen:Arnd Kuhn u.a.
Gegenstand:Klimapolitik: Keine Kompromisse
Anmerkungen:

Änderungsantrag zu K-01

Streiche:….", die Erderwärmung auf höchstens 2 Grad gegenüber dem vorindustriellen Stand zu begrenzen und so einen nicht mehr kontrollierbaren Klimawandel zu verhindern. Doch selbst eine Begrenzung der Erwärmung…. "

Ersetze durch:   ", die Erderwärmung soweit wie möglich zu begrenzen um so einen nicht mehr kontrollierbaren Klimawandel zu verhindern. Die vielfach geforderte Begrenzung auf maximal  2 Grad Erderwärmung gegenüber dem vorindustriellen Stand gilt für uns dabei als Minimalziel, da bereits jetzt bei 0,8 Grad Erderwärmung selbstverstärkende Klimaprozesse erkennbar und negative Auswirkungen weltweit sichtbar sind. Daher muss langfristig der Temperaturanstieg auf deutlich unter 2 Grad begrenzt werden. Selbst eine Begrenzung der Erwärmung…."

Begründung:

Wir fordern hier -im allgemeinen Konsens-: Die Klimaerwärmung darf 2 Grad nicht übersteigen! Was sind die Gründe für diese 2-Grad-Grenze?  Warum nicht 1 oder 3 Grad?
a) Weil wir vermuten,  dass ab 2 Grad sonst selbstverstärkende Prozesse auftreten, die das Klima weiter unaufhaltsam anheizen, sogenannte Kipp-Punkte überschritten werden.
b) Weil wir denken,  dass wir mit den Folgen dieser Erwärmung noch ohne größere Probleme klarkommen würden.
c) Weil wir glauben, dass diese Marke durch Klimaschutzmaßnahmen eh nur noch mit allergrößten Anstrengungen zu erreichen ist.

Gegen diese Argumentation spricht:  Bereits jetzt bei ca. 0,8 Grad Temperaturerhöhung springen sich selbstverstärkende Prozesse an. So weisen z.B. neuere wissenschaftliche Untersuchungen darauf hin dass  solche Prozesse in der Arktis nun in den Anfängen zu sehen sind…mit weiteren tiefgreifenden Auswirkungen für das weltweite Wettergeschehen. Temperaturerhöhung am Meeresboden bewirken eine verstärkte Freisetzung von Methan und die Temperaturerhöhung des Erdbodens eine verstärkte Freisetzung von CO2 und Methan. Um nur einige mögliche Kipp-Punkt-Prozesse als Beispiel zu nennen. Und ….dieser Teufelskreis beschleunigt sich permanent selbst. Auch bei einem unrealistischen, sofortiger (!)  Stopp aller Treibhausgasemissionen würde die mittlere Temperatur wegen der Trägheit der klimabestimmenden Prozesse um weitere 0,6 Grad ansteigen.

 

Für wahr keine guten Aussichten wenn man bedenkt, dass schon heute ca. 25 Millionen Umweltflüchtlinge ihre Heimatregionen verlassen müssen. Bei 2 Grad rechnen die UN mit deutlich über 100 Millionen Klimaflüchtlingen. Daher:  Wer zwei Grad als Erhöhung akzeptiert …nimmt dies alles in Kauf und erkennt nicht die enormen Gefahren, die diese Entwicklung auch für den Frieden auf der Welt darstellt. Wenn die sich selbstverstärkende Prozesse Überhand gewinnen, werden wir aber genau dies nicht mehr aufhalten können. Unsere Forderung kann daher nur lauten: Auch plus 2 Grad sind zu viel. Mag sein, dass der eine oder andere diese Forderung für unrealistisch und naiv hält. Aber: Die Realität der Klimaentwicklung und deren Auswirkungen lässt keine andere Forderung zu.

AntragstellerInnen: Arnd Kuhn (KV Rhein-Sieg), Alfons Kuhles (KV Mettman), Fred J. Hansen (KV Olpe), Udo Ellmer (KV Rhein-Sieg), Dieter Priegann (KV Rhein-Sieg), Hans Christian Markert (KV Rhein-Kreis Neuss), Norwich Rüße (KV Steinfurt), Hermino Katzenstein (KV Odenwald-Graichgau), Harald Grünau (KV Paderborn), Matthias Werny (KV Dortmund), Markus Schnapka (KV Bonn), Thomas Schmitz-Günther (KV Odenwald-Graichgau), Michael Pacyna (KV Rhein-Sieg), Dominik Thieme (KV Rhein-Kreis Neuss), Christian Hohn (KV Olpe), Hans-Dieter Wienand (KV Rhein-Sieg), Burkhard Hoffmeister (KV Rhein-Sieg), Christoph Gormanns (KV Düsseldorf), Dorothea Doms (KV Rhein-Sieg), Bernward Geier (KV Rhein-Sieg) u.a.

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