24. - 25. Oktober 2009, Rostock, HanseMesse
| Antragsteller/innen: | Karl-Wilhelm Koch u.a. |
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| Gegenstand: | Verschiedenes |
| Anmerkungen: |
Zivilcourage statt Restriktion, Überwachung und Sensationsgier
U-Bahn-Mord Solln, Amoklauf in Ansbach: Bündnis 90/Die Grünen fordern, die Diskussion um Jugendgewalt in die Bahnen zu lenken, die eine Lösung der Probleme versprechen. Aktionismus, immer lautere Forderung nach Überwachung und schärferen Strafen lösen keine Probleme und verhindern kaum eine Gewalttat. Statt dessen fordern wir:
- eine deutliche Ausweitung der Schulsozialarbeit. In jeder Schule müssen in ausreichender Zahl Ansprechpartner für die Alltags- und Schulprobleme während des gesamten Tages verfügbar sein.
- eine deutlich bessere Ausstattung der Jugendgerichte, damit Straftaten zeitnah und nicht erst nach Monaten oder gar Jahren verhandelt und beurteilt werden. Die Jugendliche müssen im direkten zeitlichen Zusammenhang mit ihrer Tat die Folgen ihres Handelns erfahren, sonst verliert sich die Wirkung auf sie und ihr Umfeld.
- eine weitgehende Aufklärungskampagne zur Zivilcourage, ihren Folgen und Gefahren und dem richtigen Verhalten im Gefahrenfall. Für AugenzeugInnen eines Verbrechens muss es selbstverständlich werden, einzugreifen oder Hilfe herbeizuholen. Couragierte MitbürgerInnen müssen im Fall ihres Eingreifens bei Verletzungs-Folgen für sie durch eine Versicherung des Bundes in allen finanziellen Folgen so gestellt werden, als seien sie nicht verletzt worden. Dies betrifft sowohl Krankheitsfolgenkosten wie eventuelle berufliche Ausfälle oder Arbeitslosigkeit als Folge einer Verletzung.
Völlig kontraproduktiv und gewaltfördernd ist die Berichterstattung in den Medien, teilweise leider auch in den öffentlich-rechtlichen. Die häufig sensationsgierig dargebotenen Stellungnahme von Betroffenen, Angehörigen, FreundInnen und sonst irgendwie Beteiligten und die damit verbundenen „Würdigung“ der TäterInnen verleitet nachweislich NachahmungstäterInnen zu ihren Taten. Wir fordern daher eine neue Kultur in der Berichterstattung über derartige Ereignisse wie „Solln“ und „Ansbach“: kurze sachliche Informationen über die Ereignisse und keine Silbe, kein Foto zusätzlich!
AntragstellerInnen: Karl-W. Koch, KV Vulkaneifel; Michael Borner, KV Karlsruhe- Stadt; Tim Peters, SV Oldenburg; Irmgard Winkelnkemper, KV Hersfeld-Rotenburg; roman kollar, kv coburg-stadt; Tobias Edling, KV Potsdam; Frank Hofmeister, KV Ludwigshafen; Bernd Frieboese, KV Reinickendorf; Siegfried Schönfeld, KV Recklinghausen; Pia Werner, KV Bad Dürkheim; Elisabeth Bröskamp, KV Neuwied; Horst Schiermeyer, SV Zittau, KV Görlitz; Jörg Hopfgarten, KV Tempelhof-Schöneberg, Berlin; Farnk Peters, KV Bad Dürkheim; Peter Kallusek, Vorstand Grüne SÜW; samuel raz, kv dachau; Ingrid Lambertus, KV Mainz; Michael Musil, KV Westerwald; Roland Vogt, KV SÜW; Irene Mihalic, KV Gelsenkirchen und weitere