08. - 10. Mai 2009, Berlin, Velodrom
| Antragsteller/innen: | Nicolai Zipfel u.a. |
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| Gegenstand: | Bundestagswahlprogramm |
| Anmerkungen: |
Änderungsantrag zu BTW-D-01
in Z.139 nach „Erfinden“ einfügen:
Wir setzen uns dafür ein getrennten religiösen Unterricht abzuschaffen und durch einen einheitlichen religionswissenschaftlichen Unterricht, der auch weltanschauliche und ethische Aspekte aufgreift, für alle gemeinsam zu ersetzen. Eine Debatte über die hierzu nötigen Grundgesetzänderungen wollen wir anstoßen.
Begründung:
Im europäischen Ausland kennt man auch keinen getrennten von den Kirchen gesteuerten Religionsunterricht. Diverse Beispiele zeigen hier, dass damit kein gesellschaftlicher Verfall einhergeht. Die Trennung in verschieden Religionsgruppierungen wirkt desintegrativ und stigmatisierend. Hier wird sich allein, wenn überhaupt, nur am Willen einiger weniger Eltern orientiert und das Kindeswohl steht dahinter zurück.
Bei getrennt konfessionellem Religionsunterricht handelt es sich um eine organisatorische Verquickung die das Gebot der Trennung von Staat und Religion ansonsten im Grundsatz verbietet. Erziehung, deren Ziel die Schaffung und Unterstützung getrennter Weltanschauungen ist, gehört nicht in eine staatliche Schule. Hier muss ein gemeinsamer Wertekanon vermittelt werden, der den rechtlichen Grundlagen der Bundesrepublik und der Europäischen Union Rechnung trägt. Gemeinsamkeiten hervorzuheben führt zu mehr Verständnis zwischen den Religionen und damit auch zu besserer Integration, welche bei genauerer Betrachtung der aktuellen Diskussionen um die Etablierung gerade islamischen Religionsunterrichts ein wesentlicher Aspekt sein soll.
Die Abschaffung ist ein langer Weg der nur über eine breite gesellschaftliche Debatte funktionieren kann. Diese anzustoßen ist längst überfällig.
AntragsstellerInnen: Nicolai Zipfel (KV Göttingen), Jennifer Jasberg (KV Göttingen), Anja Piel (KV Hameln), Maximilian Pichl (KV Kreuznach), Ruth Birkle (KV Karlsruhe-Land), Martin Wilk (KV Friedrichshain-Kreuzberg), Jan Philipp Albrecht (KV Wolfenbüttel), Ditte Gurack (KV Bochum), Frank Brinkers (KV Grafschaft Bentheim), Dagmar Kaufmann (KV Südliche Weinstraße), Samuel Raz (KV Dachau), Katja Keul (KV Nienburg), Carolin Friedemann (KV Hannover), Chris Kühn (KV Tübingen), Anselm Laube (KV Ettlingen), Beate Oldewurtel ( KV Aurich-Norden), Holger Greif (KV Neu-Ulm), Helmut Blöcker (KV Braunschweig, Raphael Trinkaus Tamburro (KV Bochum), Claudia Laux (KV Ahrweiler) u.a.