08. - 10. Mai 2009, Berlin, Velodrom
| Antragsteller/innen: | Benjamin Dahlhoff u.a. |
|---|---|
| Gegenstand: | Bundestagswahlprogramm |
| Anmerkungen: |
Änderungsantrag zu BTW-I-01
Zeile 14-21 in BTW-I-01 bisher:
Die grüne digitale Welt ist nachhaltig. Umwelt- und Gesundheitsschäden bei der Produktion von Handys und PCs oder neue Kohlekraftwerke für Rechenzentren darf es genauso wenig geben wie Elektroschrott, der um die halbe Welt verschifft wird und als "Entwicklungshilfe" auf Müllkippen landet. Wir setzen auf nachhaltige IT- und Kommunikationslösungen statt auf kurze Lebenszyklen und ein überdimensioniertes Mehr an Leistung, Speicher und Pixeln. Offene Formate, Lizenzen wie Creative Commons und Freie Software wollen wir fördern, um Inhalte, Software und Technik so zu gestalten, dass sie von möglichst vielen umfassend genutzt werden können.
Änderungsvorschlag:
Die grüne digitale Welt ist nachhaltig, menschlich und frei. Die Produktion von Elektronik muss den Grundsätzen der Nachhaltigkeit folgen und unter menschenwürdigen Bedingungen stattfinden. Schadstofffreiheit, Recyclingfähigkeit und niedriger Stromverbrauch müssen als Qualitätsmerkmale moderner Elektronik in allen Einsatzgebieten gefördert werden. Wir setzen uns dafür ein, dass Rechenzentren mit Ökostrom statt Kohlestrom betrieben werden. Offene Formate, Lizenzen wie Creative Commons und Freie Software wollen wir fördern, um Inhalte, Software und Technik so zu gestalten, dass sie von möglichst vielen umfassend genutzt werden können.
Begründung:
Nicht nur Nachhaltigkeit muss den Wert eines elektronischen Produktes bestimmen, sondern auch, ob es unter "für" den Menschen gebaut wurde. "Frei" heißt nicht nur, dass Software frei verfügbar ist, sondern meint auch möglichst wenig Einschränkungen in der Nutzung und keine Bindung an bestimmte Marken und Formate. Beispiel iPod: Er funktioniert nur mit Apples eigener Software, man kann den Akku nicht wechseln und die Schnittstelle ist gesperrt, so dass man ihn nicht mit anderer Software, beispielsweise unter Linux mit Musik befüllen kann. Einzig die Bedienung ist sehr gut - er ist damit ein Produkt, das nicht sehr nachhaltig, und schon gar nicht frei ist.
Die Produktion von Elektronik findet oft unter unmenschlichen Bedingungen und zu Hungerlöhnen statt. Beispielsweise musste Apple vor zwei Jahren feststellen, dass der Zulieferer Foxconn in China sich nicht an Apples eigene Arbeitsstandards hielt, was eine Debatte über die Produktionsbedingungen in Chinesischen Elektronikfabriken anstieß. Von diesem Problem sind nicht nur Mobiltelefone und PC betroffen, sondern jegliche elektrische und elektronische Geräte.
Zur Umweltbilanz der Geräte gehören neben der Recyclingfähigkeit auch die Schadstoffarmut und ein möglichst niedriger Stromverbrauch. Druck auf die Hersteller kann auch hier Einiges bewirken. Sony-Ericsson beispielsweise liefert zu seinen Mobiltelefonen ein Umweltdatenblatt mit. Apple baut neuerdings "grüne Macs", und Green-IT war eines der Schlagwörter auf der letzten CEBIT.
Ein leider sehr vernachlässigter Bereich ist die Energieeffizienz bei Servern und Rechenzentren. Oft werden für unsere Internetserver enorme Mengen an Kohle verfeuert um Server und Klimaanlagen zu betreiben. Hier existiert ein riesiges Einsparpotential.
Der Satz "überdimensioniertes Mehr an Leistung, Speicher und Pixeln" wurde ersatzlos gestrichen, denn höhere Leistungsfähigkeit ist der Motor der Entwicklung, ohne dass dies negativ für die Umweltbilanz sein muss.
Die Verschiffung von Eletronikschrott wurde gestrichen, weil sich dieses Thema zum einen in der Recyclingfähigkeit verbirgt, und andererseits bereits im Thema "Müllexporte" auf Seite 44 Zeile 17 des Wahlprogrammentwurfes abgehandelt wird.
UnterstützerInnen
Benjamin Dahlhoff, KV Wiesbaden; Dr. Volker Wittmer, KV Mainz; Andreas Rieger, KV Landkreis Dahme Spreewald; Hartwig Berger, KV Charlottenburg-Wilmersdorf; Sören Götz, KV Mainz; Lutz Kirschstein, KV Wiesbaden; Luka Lüdicke, KV Wetterau; Alexander Scholz, KV Wiesbaden; Georg Habs, KV Wiesbaden; Siegfried Leittretter, KV Kreuzberg-Friedrichshain; Philippe Jaeck, KV Wiesbaden; Werner Weindorf, KV München; Ronny Maritzen, KV Wiesbaden; Daniel Herwig, KV Wiesbaden; Wolfgang Ehle, KV Kassel-Land; Alja Epp-Naliwaiko, KV Fulda; Doris Rolkahoffmann, KV Wiesbaden; Irmgard Winkelnkemper, KV Hersfeld-Rotenburg; Christiane Hinninger, KV Wiesbaden; Volker Kloos, KV Gießen