Für eine Kultur des Hinsehens
Nach dem Amoklauf in Winnenden hat der Bundesvorstand von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN den Angehörigen der Opfer ihr Mitgefühl ausgesprochen. „Taten wie die in Winnenden zeigen uns Grenzen des Verstehens", sagten die beiden grünen Bundesvorsitzenden Claudia Roth und Cem Özdemir am Donnerstag.
"Wichtig ist es nun aber zunächst, so weit wie möglich die genauen Umstände der Tat und ihrer furchtbaren Folgen aufzuklären," forderten die Grünen-Chefs weiter. Der Amoklauf habe deutlich gemacht, "dass der Bildungspolitik insgesamt und insbesondere auch den Schülerinnen und Schülern mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden" müsse.
Um verdeckte Signale von frustrierten Jugendlichen besser erkennen zu können, sei mehr individuelle Förderung und Betreuung sowie eine "Kultur des Hinsehens und der Anerkennung" notwendig, so Roth und Özdemir.
Beide forderten nach der Klärung der Tatumstände eine nüchterne und sachliche Diskussion über weitere Konsequenzen. Im Zuge dessen müsse auch geklärt werden, "wie die Kontrolle der bestehenden Waffengesetze verbessert werden kann und ob weitere Verschärfungen des Waffengesetzes notwendig sind."
Am Mittwoch hatte ein 17-Jähriger in Winnenden mit der Waffe seines Vaters 15 Menschen und anschließend sich selbst getötet. Der Jugendliche war wegen Depression in psychiatrischer Behandlung. (12.03.2009)