Portrait Claudia Roth
PM Nr.020/09 vom 13.02.2009

Die Würde der Opfer schützen

Zum Gedenken an die Opfer von Dresden erklärt Claudia Roth, Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:


"Was in Dresden geschah, lässt sich nicht in Worte fassen. Es bedeutete Leid, Schmerz und Tod für so viele in einem grauenhaften Krieg. Die Opfer von Dresden haben ein würdiges Andenken verdient. Den Überlebenden und den Familien der Opfer gilt unser Mitgefühl. Und es ist ein wichtiges Signal, wenn Dresden gemeinsam mit der Partnerstadt Coventry an die Schrecken des Bombenkriegs erinnert. Nie wieder Krieg! Das ist die Lehre, die wir gemeinsam ziehen müssen – in Europa und der ganzen Welt.

Der geplante Aufmarsch von alten und neuen Nazis in Dresden entwürdigt die Opfer und macht sie zu Objekten einer menschenverachtenden rechtsextremen Propaganda. Wenn Nazis vom so genannten "Bombenholocaust" sprechen, dann wollen sie die Vernichtung der Juden durch den Holocaust relativieren. Wenn sie die Weiße Rose, das Symbol der Widerstandsgruppe um Hans und Sophie Scholl, für sich reklamieren, dann zeigt sich darin der Zynismus ihrer mörderischen Ideologie. Und wenn sie ihre Zusammenrottung in Dresden als 'Trauermarsch' bezeichnen, dann wissen wir alle, dass ihre 'Trauer' nicht den sechs Millionen Juden gilt, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden.

Die Würde der Opfer von Dresden schützen heißt deshalb: Den alten und neuen Nazis entschieden entgegentreten bei der Demonstration und Kundgebung 'Geh Denken' am 14. Februar in Dresden. Der Widerstand aller Demokratinnen und Demokraten ist notwendig und ein klares Signal aus der Zivilgesellschaft, dass Dresden seine Straßen und Plätze nicht frei gibt für braune Ideologen. Nein zu jeder Form von Rechtsextremismus und Antisemitismus! Das ist die andere Lehre, die es zu ziehen gilt."


(c) BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Bundesvorstand
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