Atomkraft weltweit auf dem Rückzug
Nach der Entscheidung der schwedischen Regierung neue Atomkraftwerke zu bauen, behauptet die CDU/CSU, Deutschland sei mit dem Atomausstieg isoliert. "Hier hilft ein Blick auf die Fakten." so Grünen-Chefin Claudia Roth und die Europaspitzenkandidatin Rebecca Harms.
In den USA habe seit Beginn der 80er Jahre fast jeder Präsident neue Atomkraftwerke (AKWs) angekündigt, so die Grünen Politikerinnen in ihrer gemeinsam Pressemitteilung. Tatsächlicher Auftragsbestand seither: Null! Auch die Anzahl der am Netz befindlichen Reaktoren ist abnehmend. Waren 2002 noch 444 Reaktoren am Netz, sind es heute 438. Das sind keine Anzeichen eines Wiedererwachens der Atomkraft.
Der Spitzenkandidat für den Bundestagswahlkampf Jürgen Trittin sagte am Freitag der Nachrichtenagentur ddp: Im vergangenen Jahr sei kein einziges neues Kernkraftwerk ans Netz gegangen, dafür seien über 20 000 Megawatt Windkraftkapazität bereitgestellt worden.
Die Schweden sollten es besser wissen
"Es war reiner Zufall, dass es zu keiner Kernschmelze kam." sagte Lars-Olov Höglund, Chef der Konstruktionsabteilung von Vattenfall Schweden, zu dem Störfall im Atomkraftwerk Forsmark 2006. Diese Aussage sollte selbst jene wachrütteln, die die Kernschmelze in Tschernobyl aus dem Jahr 1986 vergessen haben. Forsmark liegt übrigens 200 Kilometer näher an Deutschlands Grenze als Tschernobyl.
Union und FDP sind der Arm der Atomlobby
Die CDU hat erst kürzlich auf ihrem Parteitag beschlossen, dass die Laufzeiten der deutschen Meiler verlängert werden sollen. Die FDP will die Atomkraft aufgrund ihres wirtschaftsliberalen Gedankens nicht verbieten. Rebecca Harms und Claudia Roth schließen daraus: Wer wie die Mehrheit der Deutschen die Atomkraft ablehne, "der muss eine mögliche Mehrheit von CDU und FDP bei den Europawahlen und Bundestagswahlen bekämpfen."
Offener Brief der Solidarität an die schwedischen Grünen
In einem offenen Brief haben die Bundesvorsitzenden Claudia Roth und Cem Özdemir den schwedischen Grünen, Miljöpartiet de Gröna, ihre Unterstützung auf europäischer Ebene mitgeteilt. Den Brief finden Sie hier. (06.02.2009)