Portrait Claudia Roth
PM Nr.012/09 vom 04.02.2009

Papst Benedikt muss seine Entscheidung revidieren!

Zu den Vorgängen um den Holocaustleugner Richard Williamson erklärt Claudia Roth, Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

"Bundeskanzlerin Merkel handelt verantwortungsvoll und der Schwere des Vorgangs angemessen, wenn sie Papst Benedikt zur Klarstellung des Falls des Holocaustleugners Richard Williamson aufruft. Ein Würdenträger wie der Papst darf in einer solch gravierenden Frage keinerlei Zweifel über seine Haltung aufkommen lassen.

Benedikts Schweigen ist entwürdigend für Millionen Holocaust-Opfer und ihre Angehörigen. Und ein Papst, der aus Deutschland stammt, muss mitbedenken, welche besonderen Folgen sein Handeln für das Ansehen seines Heimatlandes in der Welt hat. Angela Merkel als Regierungschefin der Bundesrepublik Deutschland hat Recht, wenn sie an dieser Stelle interveniert.

Am wenigsten Grund zur Kritik an der Kanzlerin hat der Eichstätter Bischof Hanke. Wer wie Hanke bei seiner Israel-Reise im Jahr 2007 die Lage der Palästinenser in Ramallah mit der Lage der Juden im Warschauer Ghetto vergleicht, sollte besser sein eigenes Weltbild überprüfen, statt den Papst mit unsinnigen Argumenten gegenüber der Bundeskanzlerin in Schutz zu nehmen.

Es gibt jetzt nur noch eine Lösung: Papst Benedikt muss seine Entscheidung, Williamson und die antisemitische und fundamentalistische Lefebvre-Gruppe wieder in die katholische Kirche aufzunehmen, revidieren."


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