Erneuerbare Energien machen das Rennen
Die Erneuerbaren Energien decken im Jahr 2020 rund 47 Prozent des deutschen Strombedarfs. Diese Prognose des Bundesverbands Erneuerbare Energie e.V. zeige, dass "sichere Energieversorgung ohne Ausstieg aus dem Ausstieg bei der Atomenergie und ohne neue Kohlekraftwerke machbar ist", sagte der Bundesvorsitzende Cem Özdemir.
Grundlage der Prognose ist eine Analyse der bisherigen Entwicklungen in der Energiebranche sowie Annahmen zum zukünftigen Ausbau der Erneuerbaren Energien, zum Stromverbrauch und zur Netzinfrastruktur. Die Autorinnen und Autoren gehen unter anderem davon aus, dass der Nettostromverbrauch bis 2020 nur minimal auf 521 Mrd. kWh sinke.
Gleichzeitig werden sich laut Studie die Kraftwerkskapazitäten und Stromproduktion der Erneuerbaren Energien bis 2020 verdreifachen. Vor allem Wind und Sonnenstrahlung werden zu zwei Dritteln zur Stromerzeugung durch die Erneuerbaren Energien beitragen. "Da zahlreiche alte Windenergieanlagen durch neue, leistungsfähigere ersetzt werden ("Repowering"), bleibt die Anzahl der Windenergieanlagen an Land dennoch konstant bei etwa 20.000", besagt die Studie.
Bei der Photovoltaik prognostiziert die Studie sogar eine Verzehnfachung der Stromproduktion bis 2020. Eine besondere Dynamik erwartet die Branche ab Mitte des nächsten Jahrzehnts, wenn die so genannte Netzparität erreicht sein wird. Das bedeutet, dass die Stromerzeugung aus der eigenen Solaranlage preisgünstiger ist, als der Bezug vom Stromversorger.
Auch die Versorgungssicherheit ist das ganze Jahr über gewährleistet, nimmt der Bundesverband Erneuerbare Energien an. Aufgrund der verstärkten Leistung von Kraftwerken auf Basis Erneuerbarer Energien und gestiegener Speicherleistung sei zu jedem Zeitpunkt die Stromversorgung gesichert.
Aufgrund der Priorität bei der Stromeinspeisung der Erneuerbaren Energien werde die Auslastung der fossilen Kraftwerke um rund 30 Prozent sinken. Vor allem die Stromerzeugung aus Atomenergie werde sich um 94 Prozent gegenüber 2007 vermindern. Eine Laufzeitverlängerung der existierenden Atomkraftwerke "ist nicht notwendig", folgert die Studie.
Durch die Schwerpunktsetzung auf Erneuerbare Energien allein im Stromsektor werde sich der Ausstoß von Kohlendioxid bis 2020 um mehr als 200 Millionen Tonnen senken lassen. Doch auch wirtschaftlich falle die Bilanz "eindeutig positiv" aus, meinen die Autorinnen und Autoren: "Die Branche geht von einer Verdoppelung der Arbeitsplätze gegenüber heute auf 500.000 im Jahr 2020 aus."
Trotz dieser Prognosen bremse die "Große Koalition aus Atom und Kohle die notwendige Energiewende in Deutschland", kritisierte der grüne Bundesvorsitzende Cem Özdemir am Donnerstag. Damit verhindere die schwarz-rote Regierung den Ausbau zukunftsfester Arbeitsplätze und zementiere das Oligopol der vier großen Energieversorger RWE, EnBW, Vattenfall und E.ON. (29.01.2009)