"Hessen will immer noch den Wechsel"

"Wir haben einmal kurz durchgeatmet und uns alle wieder auf Wahlkampf umgestellt" sagte Hessens Landesvorsitzender und Spitzenkandidat Tarek Al-Wazir zu gruene.de. Die Grünen seien die Garanten für einen Politikwechsel am 18. Januar 2009, besonders bei der Klima-, Energie- und Bildungspolitik. Roland Koch stehe dabei einem Neuanfang in Hessen im Wege: "Ohne Koch geht’s besser."

 

gruene.de: Der letzte Wahlkampf liegt erst ein Jahr zurück. Wie werdet Ihr jetzt gleich den nächsten Wahlkampf stemmen?

Tarek Al-Wazir: Sich über die vergebliche Arbeit der letzten Monate zu ärgern hilft ja nichts, wir müssen nach vorne schauen. Deshalb haben wir einmal kurz durchgeatmet und uns alle wieder auf Wahlkampf umgestellt.
Ein Wahlkampf ohne großen Wahlkampfetat und ohne Vorbereitungszeit nach einem anstrengenden Jahr ist sicher eine besondere Herausforderung. Aber unsere GRÜNEN vor Ort gehen sehr motiviert in diesen Wahlkampf.
Das hat sicher auch damit zu tun, dass er uns die Möglichkeit bietet, die Scharte unseres für unsere Verhältnisse schlechten Ergebnisses von 7.5 Prozent vom letzten Mal auszuwetzen. Die landespolitische Geschichte der hessischen Verhältnisse schreiben wir dann nach dem 18. Januar auf.

gruene.de: Ministerpräsident Roland Koch (CDU) wurde vor einem Jahr für seine ausländerfeindlichen Parolen im Wahlkampf viel kritisiert. Jetzt will er einen ganz anderen Wahlkampf machen. Was erwartet Ihr und wie wollt Ihr damit umgehen?

Tarek Al-Wazir: Roland Koch hat sich in den jetzt fast zehn Jahren seiner Regierung nicht wirklich geändert. Es ändern sich in jedem Wahlkampf immer nur die Farben der Kulissen, die er aufstellen lässt. Er steht dem in Hessen nötigen Neuanfang und einer echten Erneuerung der politischen Kultur im Land auch als Person im Weg. Deshalb gilt für uns: Ohne Koch geht's besser.

gruene.de: Mit welchem Themen willst Du in den Wahlkampf ziehen? Warum sollen die Hessen Grün wählen?

Tarek Al-Wazir: Nur wir GRÜNE sind die Garanten für den Politikwechsel. Das gilt in besonderem Maße für die Umwelt- und Energiepolitik, den Bildungssektor und die soziale Gerechtigkeit.
In diesem Wahlkampf spielt aber auch die Wirtschaftspolitik eine herausgehobene Rolle. Da sind wir diejenigen, die beweisen können, dass ökologische Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Vernunft zusammen gehen. Diese Krise bietet auch die Chance, endlich umzusteuern statt wie CDU und SPD alle Klimaziele über Bord zu schmeißen und das als Wirtschaftsförderung zu etikettieren.
Barack Obama geht übrigens gerade genau unseren Weg und setzt darauf, mit GRÜNEN Ideen schwarze Zahlen zu schreiben. Wenn selbst der gewählte US-Präsident jetzt unsere Programme übernimmt, können wir mit großem Selbstbewusstsein unsere Konzepte vertreten und CDU und SPD alt aussehen lassen. (15.12.2008)

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