14.-16. November 2008, Erfurt, Messe Erfurt
| Antragsteller/innen: | KV Berlin-Pankow |
|---|---|
| Gegenstand: | Änderungsantrag zu FM-01 |
| Anmerkungen: | KMV-Beschluss vom 11.11.2008 |
Änderungsantrag zu FM-01
In Zeile 581 nach "... provisionsorientiert beraten werden." soll folgendes eingefügt werden:
Deshalb ist es notwendig institutionell unabhängige und vom Finanzproduktverkauf losgelöste Beratungsmöglichkeiten zu schaffen. Diese Beratungsdienstleistung soll vorab potentielle Kundinnen und Kunden aufklären und zielgerichtet über Strukturen, Anwendungen und Konsequenzen von Finanzprodukten informieren. Dafür wird ein Budget bereit gestellt, welches vom Staat und der Finanzbranche aufgebracht wird.
Begründung:
Die Verluste aus der Finanzmarktkrise, auch der damit verbundenen herkömmlichen VerbraucherInnenberatung im sogenannten privaten Endkundenbereich, sind immens. Die vorherrschende Praxis der stark provisions- und produktabhängigen Beratung mit anschließendem Verkauf von hauseigenen oder Partner-Produkten durch Banken, Versicherungen, KGA'en und Finanzdienstleistungsunternehmen führt immer mehr zu unerwünschten Ergebnissen beim Endkunden. Bei der staatlich geförderten und/oder Privatrente, beim privaten Vermögensaufbau oder der Absicherung von individuellen Risiken müssen erheblich mehr problemangepasste Informations- sowie produkt- und verkaufsunabhängige Beratungsangebote zur Verfügung stehen als bisher. Deshalb ist es in der immer komplizierteren und oftmals mit nicht unerheblichen Tücken versehenen "Finanzwelt" nötig, ein staatlich gefördertes, kontrolliertes System qualifizierter und frei wählbarer (Vorab)Beratung zu schaffen. Die Anbieter von Finanzprodukten selbst müssen dieses unabhängige Informations- und Beratungsangebot mit finanzieren. Der Staat sollte Anreize bieten ein qualifiziertes BeraterInnen-System und Kunden zusammen zu bringen.