Tausende Grüne bei Castorprotest
Der Castorprotest vor dem Zwischenlager Gorleben war am Samstag so groß wie seit 30 Jahren nicht mehr. Rund 16.000 Menschen, unter ihnen 4.000 Grüne, aus der ganzen Bundesrepublik demonstrierten friedlich gegen Atomkraft. An der anschließenden Sitzblockade beteiligten sich auch Mitglieder des grünen Bundesvorstands.
„Hier gibt es kein Endlager.“ Das einzige, was hier im Zwischenlager Gorleben sicher sei, so die Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Claudia Roth, „ist das Risiko.“ Steffi Lemke, politische Geschäftsführerin, ergänzte, die Bewegung werde die Einrichtung des Zwischenlagers Gorleben als Endlager als auch die Verlängerung von Atommeilern „nicht durchgehen lassen.“
Den Grund warum die Menschen aus der ganzen Bundesrepublik anreisten, sah Bundestagsfraktionsvorsitzende Renate Künast in der Politik der vier großen Energiekonzerne. E.ON, Vattenfall, EnBW und RWE hätten zum „Angriff auf das Ausstiegsgesetz geblasen“. Deshalb sei es besonders wichtig dieses Jahr hier zu sein.

„Wir sind nicht nur Teil der Bewegung, es ist uns ein Herzensanliegen“, sagte Astrid Rothe-Beinlich, thüringische Landesvorsitzende und Mitglied des grünen Bundesvorstandes, das Engagement der Grünen in Gorleben.
Cem Özdemir, Europaabgeordneter und Kandidat für das Amt des Bundesvorsitzenden, verwies auf das Grüne Prinzip, „dass man künftigen Generationen keine Probleme hinterläßt.“
Auffällig viele junge Menschen waren in dem Protestzug zu sehen. Malte Spitz, Mitglied des Bundesvorstandes, sagte „Hier wehren sich nicht nur lang bekannte Grüne.“ Der Widerstand gegen Atomkraft sei „generationsübergreifend“.
Seit den siebziger Jahren werden im Salzstock vom Gorleben 890 Meter unter der Erde riesige Hallen gebaut, in die der Atommüll gelagert werden soll. Bisher stehen alle 80 Castorbehälter oberirdisch in der Halle, vor der die rund 500 Blockierer seit Samstagabend sitzen. Der Zug wird ungefähr neun weitere Castoren bringen.
Aufgrund von Behinderungen an der deutsch-französischen Grenze blieb die Ankunft des Castortransports bis Sonntag vormittag ungewiss. Die Blockierer werden weiter ausharren. (09.11.2008)
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