Handwerk profitiert vom Klimaschutz
Das Handwerk nimmt beim Ausbau der Energieeffizienz und -einsparung eine wichtige Rolle ein – und kann deshalb besonders von Klimaschutzinvestitionen profitieren. Für eine Energiewende müssten jetzt die Rahmenbedingungen gesetzt werden, sagte die wirtschaftspolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion Kerstin Andreae.
Bei der Vorstellung des Abschlussberichts der vom Bundesvorstand von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN eingesetzten Arbeitsgruppe "Handwerk hat grünen Boden" erklärten Andreae als Leiterin der Arbeitsgruppe und Grünen-Chef Reinhard Bütikofer, dass "rund ein Fünftel aller Kohlendioxidemissionen durch fehlende energetische Sanierung bei öffentlichen und privaten Gebäuden" verursacht würden. Vor dem Hintergrund des Klimawandels müsse deshalb "das Tempo deutlich erhöht" werden.
Weiterführende Investitionsanreize zur energetischen Sanierung seien notwendig, die so gestaltet werden können, das sowohl die Vermieter als auch die Mieter davon profitieren. Dabei müssten stabile Regelungen geschaffen werden, mit denen langfristig geplant werden könne. Das würde in besonderer Weise auch dem Handwerk zu Gute kommen.
Bütikofer kritisierte scharf die "Zaghaftigkeit" der Bundesregierung bei ihrem jüngst verabschiedeten Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz. Die Regelung nur auf Neubauten zu beziehen sei "halbherzig" und müsse deshalb insbesondere für den Altbaubestand ausgeweitet werden.
Darüber hinaus spricht sich die Arbeitsgruppe für die Schaffung einer steuerfreien Gewinnrücklage für kleine und mittlere Unternehmen aus, weil gerade kleine Betriebe besonders von Auftragsfluktuationen betroffen seien, erklärte Andreae. Weiter plädierten Andreae und Bütikofer dafür, die steuerliche Absetzbarkeit handwerklicher Dienstleistungen von derzeit 600 EUR auf 1.000 EUR zu erhöhen.
Nicht zuletzt müsse auch das Vergabeverfahren der öffentlichen Hand reformiert werden. Dabei müssten soziale und ökologische Kriterien eine stärkere Berücksichtigung finden. Zudem müsse auch an Maßnahmen zum Bürokratieabbau nachgedacht werden. Bürokratie sei sicherlich notwendig, so Andreae, gleichzeitig dürfe sie aber kleine Handwerksbetriebe nicht "strangulieren", die teilweise 4-6 Prozent ihres Umsatzes für Verwaltungskosten ausgeben müssten. (29.10.2008)