"Verbieten Sie den Genmais!"

Am Donnerstag könnte Horst Seehofer (CSU) im Bundestag über einen Antrag der Grünen abstimmen, der fordert, dass jede Gemeinde entscheiden kann, ob bei ihr Gen-Pflanzen angebaut werden dürfen. Warum nur versucht die CSU den Antrag bis nach der bayerischen Landtagswahl am Sonntag zu vertagen?
Den Bürgerinnen und Bürgern Bayerns erzählt Horst Seehofer, stellvertretender Parteivorsitzender der CSU und Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, auf seiner Wahlkampftour durch Bayern, er wolle sich in Brüssel für gentechnikfreie Gemeinden einsetzen. Der Süddeutschen Zeitung vom Montag sagte Seehofer in einem Interview: "In Bayern bin ich gegen Gentechnik".
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN unterstützen das parteiunabhängige Kampagnennetzwerk Campact bei ihrer Protest-Postkarten-Aktion an Horst Seehofer "Verbieten Sie den Genmais!". Zusammen rufen sie den Landwirtschaftsminister auf, am Donnerstag abzustimmen und Farbe zu bekennen.
Steffi Lemke, Politische Geschäftsführerin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, fordert den Minister auf, sein "Gentechnikfreies Bayern – Gesäusel" unter Beweis zu stellen. Sollte Seehofer "nur irgendetwas davon ernst meinen", könnten er und damit die ganze Fraktion der CSU dem Antrag von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN am Donnerstag zustimmen.
Lemke glaubt Seehofer nicht und nennt ihn den "Gentechnikminister", der "nur wegen der bayerischen Landtagswahl Kreide gefressen hat." Es gäbe sonst keinen Grund, warum am Donnerstag nicht über den Antrag abgestimmt werden sollte. Lemke wörtlich: "Er ist und bleibt Deutschlands oberster Gentechniklobbyist". (23.09.2008)