Ewige Suche nach sicheren Atommüllendlager

In der Diskussion um ein deutsches Atommüllendlager hat Reinhard Bütikofer, Bundesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, der CDU am Montag "Verantwortungslosigkeit" vorgeworfen. Anstatt an Gorleben festzuhalten, müsse ein ergebnisoffener Standortvergleich angestellt werden.

"Nachdem noch vor wenigen Tagen offenkundig geworden ist, dass das sogenannte Endsorgungskonzept für Gorleben mit dem Zusammenbruch der Politik in Asse eigentlich erledigt ist", sei das Festhalten von CDU-Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder am Atommüllendlager Gorleben eine "Provokation". Mehrere 100.000 Jahre hätte der Versuchsschaft Asse sicher sein sollen, nach bereits 30 Jahren wird klar, dass dies nicht der Fall sei, so Bütikofer.

Asse diente als Versuchsmodell für Gorleben, erklärte Bütikofer. Die Union verhält sich jetzt in ihrer Atompolitik nach dem Motto "Was man nicht mehr sieht, über das muss man nicht mehr reden" geradezu zynisch. Sich auf einen Standort festzulegen, ohne einen ergebnisoffenen Standortvergleich angestellt zu haben, sei juristisch höchst riskant, warnte Bütikofer weiter.

"Weggucken und weitermachen wie bisher" sei definitiv keine Lösung. Stattdessen forderte Bütikofer von der großen Koalition am Koalitionsvertrag festzuhalten und eine vergleichende Standortsuche umzusetzen. Gleichermaßen rief Bütikofer die SPD-Führung dazu auf Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) bei dem Projekt den Rücken zu stärken. (15.09.2008)