"Dinosaurier-Technologie Atomkraft"

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN haben am Montag längeren Laufzeiten oder dem Neubau von Atomkraftwerken eine klare Absage erteilt. Die grüne Bundesvorsitzende Claudia Roth erklärte: "Wer heute in das Horn der Atomkraft bläst, hat überhaupt keine Antworten für die Gestaltung der Zukunft".
Die "Dinosaurier-Technologie Atomkraft" könne heute durch Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Energieeinsparung ersetzt werden. Für die ablehnende Position der Grünen zur Verlängerung der Laufzeiten von Atommeilern oder dem Bau von neuen nannte Roth vier Gründe:
Endlager:
"Wer heute längere Laufzeiten oder neue Atomkraftwerke fordert, der muss auch die Frage nach der sicheren Endlagerung beantworten", sagte Roth. Für den hochradioaktiven Atommüll, der noch über Jahrtausende strahlen werde, gebe es noch immer kein sicheres Endlager. Das Atomlager Asse II in Niedersachsen "säuft gerade ab", so Roth.
Sicherheit:
"Man kann doch nicht den Beelzebub Klimawandel mit dem Teufel Atomkraft vertreiben", kritisierte Roth. Schließlich sei Atomenergie "brandgefährlich". Ein "dringendes Gebot der Vernunft" sei jetzt alte Strommeiler abzustellen und die Restrommengen auf neue Meiler zu übertragen.
Atomstrom nicht billiger:
Die Behauptung der Union durch eine Verlängerung der Laufzeiten sei die Senkung der Stromkosten möglich, hat Roth als "völlig unglaubwürdig" bezeichnet. Da die deutschen Atomkraftwerke bereits abgeschrieben seien, würden die Betreiber "astronomische Summen einstreichen". Ging es also um billigeren Strom für die Verbraucherinnen und Verbraucher, sei dies jetzt schon möglich.
Terrorismus:
Roth kritisierte weiter, dass in der Debatte vor allem die Gefahr durch den Terrorismus zu kurz komme. Zum einen könnten deutsche Atommeiler Ziel terroristischer Anschläge werden, zum anderen entstünden durch die Weitergabe von waffenfähigem Uran neue Sicherheitsrisiken.
Das Video der Pressekonferenz:
(07.07.2008)