Union will neue Atomkraftwerke bauen
Die Grünen haben am Montag eine "offensive Auseinandersetzung" mit der Union in der Atompolitik angekündigt. Claudia Roth, Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, warf der CDU vor Atomkraft als Ökoenergie zu verkaufen, um somit den Bau von neuen Atomkraftwerken zu ermöglichen.
Roth machte deutlich, dass die Union die großen Gefährdungspotentiale der Atomenergie ignoriere: " Immer weiter diese Atomenergie zu promoten ist für mich Ausdruck einer Politik, die sagt: Augen zu und durch."
Zu erinnern sei an die Pannenserie in den AKW Forsmark (2006), Krümmel (2007) und Brunsbüttel (2001 und 2007). Den jüngsten Vorfall im Endlager Asse II, bei dem in Salzlaugen Radioaktivität deutlich über den zulässigen Grenzwerten gemessen worden waren, nannte Roth ein "strahlendes Beispiel für die nicht-vorhandene Sicherheit der Atomkraft".
Darüber hinaus kritisierte Roth, dass die Union Atomkraft als "Allheilmittel gegen Preiserhöhungen" verkaufe. Denn obwohl jedes AKW pro Tag eine Million Euro Gewinn an den Betreiber erwirtschafte, würde dies nicht an Kundinnen und Kunden zurückgegeben werden.
Nun die AKW-Laufzeiten zu verlängern stärke lediglich die "Vormachtstellung der Energieriesen" E.ON, Vattenfall, EnBW und RWE und ermögliche eine "längere Abzocke", warnte Roth. Gleichzeitig führe die Debatte um Laufzeitverlängerungen in die falsche Richtung, weil Maßnahmen zur Energieeffizienz und Energieeinsparung nicht miteinbezogen würden. (30.06.2008)