Solarzellen über ganz Marburg

Konsequent stellt sich Marburg dem Klimawandel und den hohen Energiepreisen. Von nun an sind bei Errichtung, Erweiterung oder Änderung von beheizten Gebäuden die Bauherren verpflichtet, Solaranlagen zu errichten. gruene.de fragte den grünen Bürgermeister Dr. Franz Kahle nach seinem Erfolg.

gruene.de: Solarzellen sind bald auf jedem neuen Marburger Dach. Ist das ein grüner Erfolg?

Kahle: Zunächst mal eine rot-grüne Initiative, die hoffentlich auch in der Praxis wirksam werden wird. Wenn Handwerk und Eigentümer/innen mitziehen, wird es sicherlich bald sehr viel mehr solare Wärme geben - und die ist in 20 Jahren nicht teuer als heute und im Überfluss vorhanden.

gruene.de: Wieso müssen denn so harte Strafen bei Nichtbefolgung sein?

Kahle: Das Bußgeld beträgt bei Verstößen maximal 1000 Euro - aber wir wollen gar keine Bußgelder verhängen. Das tun wir auch sonst im Baurecht selten. Wir wollen die Leute vielmehr gemeinsam mit dem Handwerk überzeugen, dass Solarthermie eine ausgereifte Technik ist, die sich auch in Mitteleuropa bestens für Warmwasser und Heizung eignet. Davon profitieren wir alle.

gruene.de: Kann Marburg ein Vorbild für andere Städte sein?

Kahle: Ich hoffe es sehr - jedenfalls haben wir sehr viele Anfragen aus anderen Städten und Gemeinden. Allerdings haben wir im Landesbaurecht von Hessen auch eine spezielle Rechtsgrundlage, die es zulässt, solche Anlagen vorzusehen. Genauso richtig wäre es aber auch, wenn Bundesländer oder der Bund entsprechende Vorgaben machen würden. Die Zeit, als wir es uns leisten konnten, die Wärme auf den Dächern zu vergeuden, muss vorbei sein. (24.06.2008)