Vielfalt belebt!

Die Erwartungen der Veranstalter wurden weit übertroffen: Trotz hochsommerlicher Temperaturen haben sich am vergangenen Sonntag mehr als 100.000 Gäste vor dem Brandenburger Tor in Berlin eingefunden. Unter dem Motto "Vielfalt belebt!“ feierten sie auf dem "Umweltfestival" der Grünen Liga die Artenvielfalt der Erde.
Umweltfestival der Grünen Liga
Vom 19.-30. Mai tagte in Bonn die neunte UN-Vertragsstaatenkonferenz zur biologischen Vielfalt (COP 9). Direkt im Anschluss fand in Berlin das Umweltfestival der Grünen Liga statt - welches unter dem Motto "Vielfalt belebt!" ebenfalls dem Erhalt der biologischen Vielfalt gewidmet war. Mehr als 100.000 Gäste kamen und feierten mit, zugleich warben tausende Radlerinnen und Radler im Rahmend der ADFC- Fahrradsternfahrt für eine nachhaltige und klimafreundliche Mobilität.
Grüne Aktionsstände
Mit interaktiv gestalteten Infoständen waren auch die Grüne Senatsfraktion Berlin und der Grüne Bundesverband vertreten, um Berlin und seine Gäste zu mehr Klima- und Artenschutz zu motivieren. Getreu dem Motto des Umweltfestivals boten die Grünen ein vielfältiges Programm.

Grüne Forderungen
Bei allem Spaß, den die Grünen und ihre Gäste auf dem Umweltfestival hatten: Der Anlass ist ernst. Täglich verschwinden jeden Tag rund 150 Tier- und Pflanzenarten von unserem Planeten, allein in Europa sind 45 Prozent aller Schmetterlings- und 38 Prozent aller Vogelarten vom Aussterben bedroht. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern von der Bundesregierung daher mehr Einsatz für den Arten- und den Klimaschutz. Die Forderungen im Einzelnen:
- Keine Gentechnik auf deutschen Äckern
- Ausweitung des Öko-Landbaus auf 10 Prozent der Anbaufläche
- Reduzierung des Flächenverbrauchs: Bis 2020 von 100 auf 30 Hektar pro Tag
- Zügige Umsetzung des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000
- Keine Monopolisierung der biologischen Vielfalt durch Bio-Patente
- Tropenwaldschutz durch Importverbot für nicht zertifizierte Holzprodukte
Artenschutz zum SelbermachenDoch der Schutz der biologischen Vielfalt hängt nicht nur an den Politikerinnen und Politikern - wir alle können täglich etwas gegen den Artenschwund tun: So schützt etwa der Verzicht auf Tropenholz den wertvollen Regenwald. Auch der Genuß von für Biolebensmitteln aus der Region ist aktiver Artenschutz, denn der Biolandbau leistet hier einen großen Beitrag. Wer außerdem einen Garten sein eigen nennt, kann diesen leicht in ein Paradies für heimische Arten verwandeln. (02.06.2008)
