Vorsicht Schnüffelwirtschaft!

Bürgerrechtsoffensive

Sie arbeiten bei der Telekom und haben dort telefoniert? Dann hoffentlich nicht privat. Mehrere Jahre lang hat die Telekom ihre Angestellten bespitzelt. Claudia Roth, Bundesvorsitzende der Grünen, sagte: "Die Schnüffelwirtschaft ist wie der Schnüffelstaat ein Problem für die Bürgerrechte."

Nach Lidl, Edeka, Penny, Plus, Netto und Norma sowie REWE, Tegut, Hagebau oder Famila (Quelle: stern.de) folgt nun ein weiteres Unternehmen in die Riege der schnüffelnden Arbeitgeber, die Deutsche Telekom.

Zu den vielen Tausend bespitzelten Angestellten kann die Deutsche Telekom weitere 244.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hinzufügen, die sich nicht mehr sicher fühlen können. Seit 2000 wertete das Unternehmen die Länge, Uhrzeit und Teilnehmer von Telefonaten der Angestellten aus. Der Grund: Eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter hatte Informationen an die Presse weitergegeben und sollte so ermittelt werden.

BÜNDIS 90/DIE GRÜNEN gegen Vorratsdatenspeicherung

Claudia Roth kritisierte die Vorgänge bei der Telekom scharf: "Sie bestärken uns in unserer Klage gegen die Vorratsdatenspeicherung." Seit dem 1. Januar 2008 ist die Deutsche Telekom gesetzlich verpflichtet Verbindungsdaten zu speichern. Im Kampf gegen den Terror hatte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) das Gesetz durchgebracht.

Claudia Roth sieht in dem Gesetz die Freiheit der Bürgerinnen und Bürger bedroht. Offensichtlich würden solche Gesetze als "Freibrief für Schnüffelei" verstanden, sagte die Bundesvorsitzende. Die Telekom habe mit der Auswertung der Daten die Grundrechte ihrer Angestellten missachtet. (27.05.2008)

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