"Mehrere Kandidaten sind selbstverständlich"
Günther Becksteins (CSU) Reaktionen, die SPD habe mit der Kandidatur von Gesine Schwan das Vertrauen der Koalition zerstört, nannte Claudia Roth ein "unwürdiges und durchschaubares Wahlkampfgetöse". Der CSU und ihrer Führung stehe das Wasser wohl bis zum Halse, sagte die grüne Bundesvorsitzende.
"Gesine Schwan ist uns allen wohl bekannt", begrüßte Claudia Roth die Kandidatur der Präsidentin der Europa-Universität Viadrina. Als "Brückenbauerin in Europa " sei sie "eine sehr respektable Kandidatin". Auf einer Pressekonferenz in Berlin sagte Roth: "Natürlich kann eine starke Frau in unserem Land Präsidentin sein."
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN würden mit der Kandidatin Gespräche führen, sagte die Bundesvorsitzende. Es sei jedoch noch zu früh sich auf eine Kandidatin oder einen Kandidaten festzulegen. Dies würde auf der Bundesversammlung im Herbst entschieden, so Roth.
Mehrere Kandidaturen sind selbstverständlich.
Es sei eine Selbstverständlichkeit in der Demokratie, dass es mehrere Kandidaturen gebe, "vor allem für das höchste Amt in unserem Staat." Sowohl der Bundesvorstand als auch der Parteirat der Grünen hätten diese Selbstverständlichkeit als einen "Ausdruck einer starken Demokratie" gewertet, so Roth.
Guido Westerwelles "Gezeter" zeige dessen eigene Defizite auf. Roth erinnerte den FDP-Chef daran, dass es bereits 1964 einen Gegenkandidaten innerhalb einer Regierungskoalition gegeben hat. Damals unterlag der FDP-Kandidat Ewald Bucher dem CDU-Kandidaten und seit 1959 amtierenden Präsidenten Heinrich Lübke.
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Claudia Roth kritisierte das Vorpreschen Westerwelles und Angela Merkels (CDU) in der Präsidentenfrage. Damit hätten die beiden den Bundespräsidenten Horst Köhler zum schwarz-gelben Kandidaten deklariert. "Das macht ihn für viele nicht wählbar." sagte Roth.
Bundespräsidentenwahl am 23. Mai 2009
Die Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wies darauf hin, dass die Wahl des Bundespräsidenten erst in einem Jahr stattfinden werde. Bis dahin würden sich wahrscheinlich die Mehrheiten in der Bundesversammlung ändern. Die Bayrische Landtagswahl im Herbst komme dabei eine besondere Bedeutung zu. (26.05.2008)