"Ökonomische Argumente" machen Hoffnung

Anlässlich der am Montag gestarteten UN-Konferenz in Bonn zur biologischen Vielfalt, hat Reinhard Bütikofer, Bundesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, auf die positive Entwicklung bei der Artenschutzdebatte hingewiesen. Die "Ökonomisierung" der Debatte mache Hoffnung, so Bütikofer .

Bütikofer bezog sich hierbei auf eine Studie von Pavan Sukhdev, Chef des Londoner "Global Market Centre" der Deutschen Bank, der vorgerechnet hatte, "dass auch bei der Biodiversität die absehbaren ökonomischen Schäden dramatisch sind." Bütikofer machte deutlich, dass die Thematisierung des Klimawandels erst dann in breite Teile der Gesellschaft Einzug gefunden habe, als die Wissenschaft die ökonomischen Kosten vorrechnete.

Ökonomische Argumente in der Biodiversitätsdebatte seien jetzt vielleicht der richtige Weg, um "die Tür des Verständnisses zu öffnen". Zum nachhaltigen Schutz der Artenvielfalt müssten die reichen Ländern weltweit 30 Milliarden Euro pro Jahr in Schutzgebiete investieren, verglichen mit fünf Billionen Euro, die an Schäden zu erwarten seien, wenn Investitionen nicht getätigt würden, warnte Bütikofer.

"Umsonst gibt es keine nachhaltige Entwicklung, aber es ist für die Gesellschaft ein günstigerer Weg und die Alternative ist auch ökonomisch verheerend", so Bütikofer.

Gerechter Vorteilsausgleich im internationalen Bereich

Gleichzeitig warnte Bütikofer davor, dass sich die reichen Länder bei der Konferenz "um ihre Verantwortung herumdrücken könnten". Es mache wenig Sinn den Entwicklungsländern Hausaufgaben aufzuerlegen, wenn nicht zu Hause der Flächenverbrauch von derzeit 100 Hektar pro Tag auf ein Drittel reduziert werde.

Darüber hinaus sei ein gerechter Vorteilsausgleich bei den wirtschaftlichen Vorteilen zwischen den Ländern wichtig. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe sich zwar in Brasilien für mehr Nachhaltigkeit beim Anbau von Biokraftstoffen ausgesprochen. Gleichzeitig versäumte sie aber zu klären, wieviel Deutschland dazu beitrage, um einen gerechten Vorteilsausgleich zu ermöglichen. "Und ohne das geht es nicht", unterstrich Bütikofer. (19.05.2008)

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