Artensterben aufhalten!

BiodiversitätskonferenzIn Deutschland sind fast 35 Prozent der Tiere und 72 Prozent der Biotope gefährdet. Darunter sind der Spatz und der Laubfrosch. Wir können das rapide Artensterben aufhalten, wenn wir schnell handeln. Reinhard Bütikofer sagt: "Das Schneckentempo der Bundesregierung reicht nicht!"

Ökosysteme verkraften Änderungen in der Atmosphäre, wenn sie Zeit haben sich anzupassen. Die aktuelle rapide Erderwärmung ist fernab von natürlichen Schwankungen und zerstört unwiederbringlich jeden Tag ca.150 Arten.

Die künstliche Erderwärmung vernichtet Wälder, Korallenriffe und Moore. Damit nimmt der Teufelskreis seinen lauf: Diese Ökosysteme sind wichtige Kohlendioxid-Speicher. Wenn sie verloren gehen, bleibt mehr CO2 in der Luft, das wiederum die Atmosphäre erwärmt.

Darüber hinaus bietet die biologische Vielfalt Schutz vor den Auswirkungen des Klimawandels: Feuchtgebiete dämpfen Extremwetterlagen, Auen wirken als Puffer für den Wasserhaushalt bei Überschwemmungen und vielfältige Genpools reagieren auf Klimaveränderungen schneller und flexibler als Monokulturen.

Was tut die Politik?

1992 verabschiedete die UNO auf der Rio-Konferenz eine Konvention über die biologische Vielfalt (CBD). Diese stellt das Herzstück globaler Versuche dar, das Artensterben bis 2010 zu verringern. Auf der 9. Vertragsstaatenkonferenz der CBD, der "COP 9", vom 19. bis zum 30. Mai in Bonn, wird entschieden werden, ob wir das Ziel noch erreichen können.

Sehen Sie hier das Video der Aktion "Arten-Domino"

Merkel und Gabriel müssen Versprechen umsetzen

Der Countdown läuft und so müssen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) als Gastgeber die Herausforderung annehmen und die Versprechen Deutschlands umsetzen! Nötig ist die Verabschiedung konkreter und rechtsverbindlicher Vereinbarungen, beispielsweise zur Errichtung und Finanzierung eines weltweiten Netzes von Schutzgebieten.

Grüne Forderungen

Die Grünen Forderungen an die Bundesregierung im Einzelnen:

    * Keine Gentechnik auf deutschen Äckern

    * Ausweitung des Öko-Landbaus auf 10 Prozent der Anbaufläche

    * Senkung des Flächenverbrauchs von 100 auf 30 Hektar pro Tag bis 2020

    * Zügige Umsetzung des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000

    * Keine Monopolisierung der biologischen Vielfalt durch Bio-Patente

    * Tropenwaldschutz durch Importverbot für nicht zertifizierte Holzprodukte

Weitere Maßnahmen können Sie im Länderratsbeschluss von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN lesen. (15.05.2008)

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