Klimaschutz ist Artenschutz

Deutschland ist im Mai Gastgeber der letzten UN-Artenschutzkonferenz vor dem Jahr 2010. Bis zu diesem Zeitpunkt, so eine UN-Konvention aus dem Jahr 1992, sollte das globale Artensterben deutlich verringert werden. Vor der Regierungserklärung von Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) forderten die Grünen am Mittwoch mit einer Domino-Aktion vor dem Bundestag konsequenten Klima- und Artenschutz.

Arten-Domino

Die Besucher des Bundestages staunten nicht schlecht: Mit zehn großen Domino-Steinen demonstrierten die Grünen auf dem Platz der Republik den Zusammenhang zwischen Klimaschutz und dem Schutz der biologischen Vielfalt. Das System war schnell verstanden: Die Dominosteine waren bedruckt mit Fotos bedrohter Tierarten, die in einer Nahrungskette voneinander abhängen. Kippt eine Art, folgen oft weitere nach.

Das Artensterben aufhalten

Reinhard Bütikofer, Bundesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, und Daniela Schneckenburger und Arnd Klocke, Landesvorsitzende der Grünen in Nordrhein-Westfalen (NRW) demonstrierten den Dominoeffekt dann auch eindrücklich: Während der Klimawandel die Artenvielfalt bedroht und die ersten Steine kippten, stoppten sie das Umfallen der Steine und wiesen so symbolisch auf die Möglichkeit hin, das Artensterben noch aufzuhalten.

Reinhard Bütikofer mit Arten-Domino vor Reichstag

"Der Verlust von Artenvielfalt ist ein Problem von der gleichen Dimension wie der Klimawandel" begründete Bütikofer die Aktion. Nach Schätzungen von Biologen gingen weltweit jeden Tag rund 150 Arten unwiederbringlich verloren. Die Bundesregierung als Gastgeberin der letzten Konferenz vor dem Jahr 2010 hätte daher eine besondere Verantwortung. Jedoch mache besonders der Bundesumweltminister "seine Hausaufgaben in diesem Bereich schlecht", so der grüne Bundesvorsitzende.

Die nächste UN-Konferenz zum Schutz der Artenvielfalt (COP 9) findet vom 19.-30. Mai in Bonn statt. "Doch die Rüttgers-Regierung macht NRW zu einem denkbar schlechten Gastgeber für die Artenschutzkonferenz", ergänzten Daniela Schneckenburger und Arndt Klocke. Seit 2005 wurden in NRW gesetzliche Standards systematisch zurückgefahren, Finanzmittel gekürzt und die Umweltverwaltung abgebaut. "So werden Artenschwund und Naturzerstörung gefördert und nicht gestoppt", kritisierten die Landesvorsitzenden die NRW-Regierung.

Countdown 2010

Im Anschluß an die Aktion traten BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN als erste Partei der Initiative "Countdown 2010" bei. "Pionierarbeit", wie Ingo Bräuer, Vertreter der Initiative, betonte. Die von der World Conservation Union (IUCN) ins Leben gerufene Organisation hat es sich zum Ziel gesetzt, das Thema Artenschutz in die Öffentlichkeit zu tragen und wird auch während der COP 9 die UN-Staaten an ihre Versprechen erinnern.

Reinhard Bütikofer, Daniela Schneckenburger, Ingo Bräuer,

Grüne Forderungen

Die Grünen Forderungen an die Bundesregierung im Einzelnen:

  • Keine Gentechnik auf deutschen Äckern
  • Ausweitung des Öko-Landbaus auf 10 Prozent der Anbaufläche
  • Senkung des Flächenverbrauchs von 100 auf 30 Hektar pro Tag bis 2020
  • Zügige Umsetzung des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000
  • Keine Monopolisierung der biologischen Vielfalt durch Bio-Patente
  • Tropenwaldschutz durch Importverbot für nicht zertifizierte Holzprodukte (07.05.2008)

 

 

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