Feminismus hat sich nicht erledigt

Die grüne Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Renate Künast, hat am Sonntag beim Bundesfrauenrat gewarnte "die Diskussion zum Neuen Feminismus führt in die Irre", weil junge Frauen nach wie vor für Geschlechtergerechtigkeit kämpfen müssten. Letztendlich stehe aber sowohl beim Neuen - als auch Alten Feminismus - der Wille nach Freiheit im Zentrum.
Künast betonte, dass sich die Gesellschaft fortlaufend verändern würde und daher BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN "junge Frauen anders ansprechen" müssten. Laut einer aktuellen Brigitte-Studie wollen die Mehrheit der Frauen Karriere und Kinder, und sie glauben auch diese Ziele erreichen zu können. Dabei beklagte Künast den Zustand, dass jungen Frauen noch immer aufgrund diskriminierender Strukturen Spitzenpositionen verwehrt blieben und sie somit "an die Glasdecke stoßen".
„Die Grünen müssten verstärkt Gespräche mit den jüngeren Generationen führen,“ so Künast weiter, und nicht als „verschlossene Gruppe gegenüber den Jüngeren" auftreten. Für junge Frauen stünden heute andere Probleme, wie z.B. Essstörungen oder Sexismus in den Medien, im Vordergrund. Wichtig sei hierbei, "Frauenpolitik nicht nur auf Arbeitspolitik zu begrenzen", so Künast, "denn nach wie vor ist das Private politisch".
Vollkommene Gleichberechtigung sei eben nicht nur durch die Verwirklichung in der Arbeitswelt zu realisieren. Vielmehr brauche es auch Gleichberechtigung im Privaten, z.B. dass sich Männer im gleichen Maße wie Frauen an der Kinderbetreuung beteiligten.
Künast unterstrich, dass "das Thema Frauen besonders dieses und nächstes Jahr von herausragender Bedeutung sein" muss. Im öffentlichen Auftreten der Grünen dürften hierbei Frauen nicht als Opfer, sondern müssen als selbstbewusste Personen dargestellt werden nach dem Motto: "Wir wollen, und wir werden". (27.04.2008)
