Frauen und Rechtsextremismus

Beim Bundesfrauenrat haben die Delegierten eine Resolution zu Frauen und Rechtsextremismus verabschiedet. In dieser stellen sie fest, dass Frauen in der rechtsextremen Szene zunehmend an Bedeutung gewinnen. Deshalb müsse auf diese Entwicklung mit spezifischen Angeboten und Maßnahmen reagiert werden.
In der Podiumsdiskussion betonte Dr. Esther Lehnert von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus in Berlin, dass "die Geschlechterperspektive verstärkt in den Mittelpunkt" gestellt werden müsse. Frauen in der rechtsextremen Szene würden oftmals unterschätzt, "weil sie klein und zart wirken". Diese "Nichtwahrnehmung von Frauen" nutzten nun die rechtsextremen Männer, warnte Lehnert.
Darüber hinaus machte Lehnert deutlich, dass Frauen in der Nazi-Szene unterschiedlich auftreten würden. So folgten Frauen in der NPD grundsätzlich einem traditionellem Frauenbild, dass die Rolle der Mutter hervorhebe. In anderen Kreisen hingegen werde ein "nationaler Feminismus" vertreten, der Ausländerinnen explizit ausschließe.
Monika Lazar, Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus der grünen Fraktion im Bundestag, fügte hinzu, dass trotz des gestiegenen Einflusses von Frauen in der rechtsextremen Szene das Thema "in der Forschung noch unterbelichtet" sei. Auch in die Politik schwappe es nur "nach und nach", kritisierte Lazar.
Rechtsextrem motivierte Gewalttaten würden deutlich weniger von Frauen als von Männern verübt werden, so Lazar weiter, jedoch seien die "Einstellungsmuster bei Frauen teilweise rassistischer". Gefährlich würde es vor allem dann werden, warnte Lazar, wenn Nazis mit Themen wie dem Schutz der "deutschen Natur" versuchten sich in der Mitte der Gesellschaft zu positionieren. (26.04.2008)
