"Massive Pleite"
Reinhard Bütikofer, Bundesvorsitzender und Klimaexperte von Bündnis 90/Die Grünen hat zu der gescheiterten Kraftstoffpolitik von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) am Freitag in Berlin gesagt: "Hätte er auf die Umweltverbände gehört, hätte er sich diese Niederlage ersparen können."
Gabriel habe offenkundig eine "massive Pleite" erlebt, sagte Bütikofer. Allerdings wolle er fair bleiben und die Schuld dürfe nicht alleine dem Umweltminister zugeschoben werden: "Letztes Jahr hat sich Frau Merkel dafür feiern lassen, und jetzt, da es Schwierigkeiten gibt, weil die Strategie nicht aufgeht, taucht sie weg."
Der ADAC hatte den Umweltminister überzeugen können das Beimischungsgesetz zu ändern. Bütikofer bedankte sich beim Club der Autofahrer. Deren Grund für die Einmischung sei jedoch nicht der Umweltschutz gewesen.
Bütikofer forderte von der Bundesregierung, die Zwangsbeimischung müsse gänzlich gestoppt werden. Dadurch entstünden in Deutschland "mehr und mehr landwirtschaftliche Monokulturen". Dies sei nicht im Sinne der Nachhaltigkeit.
Maßnahmen für den Schutz der Umwelt
Gleichzeitig sei es falsch die Biomasse als Energiequelle zu verteufeln. Dessen Zukunft sieht der Bundesvorsitzende eher im Bereich der Kraft-Wärme-Kopplung "und nicht in den Tanks der Automobile."
Bütikofer nannte vier weitere Maßnahmen für die Automobilindustrie: ein generelles Tempolimit, eine Überprüfung der Privilegierung für Dienstwagen, ehrgeizige Effizienzziele für Automobile und eine Förderung der Erforschung von Elektroautos.(04.04.2008)