
Ackermann gegen den Strich gebürstet
Zu den Äußerungen von Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann zu den aktuellen Entwicklungen der Finanzmarktkrise erklärt Reinhard Bütikofer, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen:
„Dass Herr Ackermann für sein Geiere um eigene Äußerungen über das Versagen der Märkte in der Finanzmarktkrise Häme erntet, hat er sich redlich verdient. Ausgerechnet dann nach Staatshilfe zu rufen, wenn den überbezahlten Bankmanagern ihre eigenen Spekulationen über den Kopf wachsen, ist nicht nur empörend. Es markiert auch das Umkippen der in diesen Kreisen üblichen Vergötterung der Märkte in eine hilflose und lächerliche Bettelei beim ,ach so verachteten’ Staat.
Josef Ackermann ist angesichts des Echos auf seine merkwürdigen Äußerungen schnell zurückgerudert und hat versucht, Spuren zu verwischen. Er will es gar nicht so gemeint haben. Dabei könnten sein Bemerkungen durchaus auch Anlass bieten zu ernsthafter Diskussion – nur in eine andere Richtung. Denn dass staatliches Eingreifen, dass stärkere staatliche Regulierung der außer Rand und Band geratenen Finanzmärkte nötig ist, das lässt sich kaum bestreiten.
Konsequent wäre es daher, staatliche Verantwortung für die Regulierung der Finanzmärkte zu diskutieren, um zu verhindern, dass das Vertrauen auf die Selbstregulierungskräfte des Marktes die Ökonomie in Abgründe stürzt.
So, gegen den Strich gebürstet, macht Josef Ackermanns Vorstoß mehr Sinn als ihm wahrscheinlich selbst lieb ist.“
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