"Augen nicht verschließen"
Angesichts "brutaler" Bilder und besorgniserregender Nachrichten aus Tibet hat die Bundesvorsitzende Claudia Roth die Menschenrechtsverletzungen Chinas gegenüber tibetischen Demonstranten scharf verurteilt. Das Internationale Olympische Komitee forderte sie auf, sein "lautes Schweigen" zu brechen.
"Wir protestieren schärfstens gegen die Gewaltanwendungen." sagte die Bundesvorsitzende auf einer Pressekonferenz am Montag in Berlin. Der Bundesvorstand sei besorgt "über die Massenfestnahmen, die Razzien und die Ankündigungen von aufrollenden Panzern."
Sie sei sehr beunruhigt, sagte Roth, "dass internationale Beobachter sowie ausländische Hilfsorganisationen aufgefordert und gedrängt worden sind, Tibet zu verlassen." Es werde offenbar alles getan, dass es zu einer Eskalation komme und dass es für diese Eskalation keine Zeugen gäbe.
Kritik am Schweigen des IOCs
Niemand dürfe davor seine Augen verschließen, forderte Roth. Auch das IOC sei in der Verantwortung, sich für die "Unteilbarkeit und Universalität der Menschenrechte" einzusetzen. "Das laute Schweigen des IOCs ist für mich nicht nachvollziehbar."
Roth forderte das Olympische Komitee, die Sportlerinnen und Sportler, sowie die Funktionäre auf, das Scheinwerferlicht auch auf die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu lenken. (17.03.2008)