Glos von E.ON überrumpelt
Der Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Reinhard Bütikofer, hat am Donnerstag die EU-Kommission dafür gelobt, den Stromnetzverkauf des Energiekonzerns E.ON erzwungen zu haben. Die Bundesregierung stehe nun "lächerlich und belämmert in der Landschaft", sagte Bütikofer.
Die EU-Kommission habe mit dieser Druckausübung "praktische Anti-Kartell-Politik" betrieben, erklärte Bütikofer. Kritik übte er an Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CDU), aufgrund der protektionistischen Politik der Bundesregierung zu Gunsten der nationalen Energiekonzerne.
Bütikofer warf Glos vor sich geweigert zu haben, die Interessen der Bürgerinnen und Bürger gegenüber dem Stromkartell zu schützen. Weil nun auch E.ON gegen ihn operiere, habe sich der Wirtschaftsminister überflüssig gemacht: "Den Mann braucht offenbar niemand mehr."
Die Europäische Kommission hatte im vergangenen Jahr ein Kartellverfahren gegen E.ON und den französischen Konzern GdF eingeleitet, in dem ihnen vorgeworfen wurde illegitime Preisabsprachen getätigt zu haben. Am Donnerstag berichtete die Süddeutsche Zeitung, E.ON habe den Entschluss getroffen sich von großen Teilen seines Stromnetzes zu trennen, um die Einstellung des Kartellverfahrens zu bewirken. (29.02.2008)