PM Nr.027/08 vom 24.02.2008

Iran: Frauendiskriminierung wird weiter verschärft

Zur Entscheidung der iranischen Behörden, eine Geschlechterquote für Studiengänge einzuführen, erklären Claudia Roth, Bundesvorsitzende, und Astrid Rothe-Beinlich, Frauenpolitische Sprecherin und Mitglied im Bundesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen:

„Die iranischen Behörden haben zur Reduzierung von Studentinnen an den Hochschulen des Landes die Einführung einer Geschlechterquote angekündigt. Das ist eine neue und perfide Entrechtung von Frauen in einem Land, in dem die Frauen ohnehin unter den Folgen einer frauenfeindlichen und frauenverachtenden Lesart der religiösen Überlieferungen leiden.

Frauen werden im heutigen Iran systematisch und auf allen Ebenen diskriminiert: In der Justiz, im Strafrecht, in der Ehe, im Familienrecht, in der Schule, im Sport und nicht zuletzt auch auf der Straße. Trotzdem haben viele Frauen es in den vergangenen Jahren geschafft, sich im Bildungsbereich zu behaupten, zu studieren und ihren eigenen Weg zu gehen. Das Ergebnis ist, dass über 60 Prozent der Studierenden an den iranischen Hochschulen junge Frauen sind. Das passt offensichtlich nicht ins Weltbild der patriarchalisch-fundamentalistischen Herrscher der Islamischen Republik Iran.

Im Schatten des Atomstreits verschärft das Regime in Teheran seine diskriminierende und menschenrechtsverletzende Politik. Der Umgang mit ethnischen und religiösen Minderheiten wird immer brutaler. Im Presse- und Medienbereich beobachten wir ein systematisches und flächendeckendes Vorgehen der Regierung von Ahmadinejad und der Justiz gegen die letzten freien Medien und Journalisten. Die internationale Gemeinschaft und insbesondere die EU dürfen die Einhaltung und Gewährleistung von elementaren Menschen- und Grundrechten in Gesprächen mit iranischen Vertretern nicht als zweitrangiges Thema behandeln."


(c) BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Bundesvorstand
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