Artensterben bedroht unsere Lebensgrundlagen
Das Aussterben der Arten schreitet mir größeren Schritten voran als bisher angenommen. Wie können wir diesen Verlust der biologischen Vielfalt stoppen? Auf der Biodiversitätskonferenz am Samstag in Ingolstadt haben Naturschützer mit Bündnis 90/Die Grünen die Ausmaße und ihre Gründe diskutiert.
Es war ein hochkarätiges Treffen der Natur- und Klimaschützer zum Thema Artenvielfalt. Der Naturschutzbund, der Alpenverein, Greenpeace, Demeter, CIPRA, FSC, Vertreter aus der Wirtschaft und Kirche und natürlich viele Grüne waren gekommen.
Der Bundesvorsitzende Reinhard Bütikofer begrüßte das zahlreiche Erscheinen der befreundeten Organisationen und führte in die Debatte ein. Es sei egal, ob eine Art alle zehn oder alle 30 Minuten aussterbe. Fakt sei, dass das Aussterben der Arten mit wahnsinniger Geschwindigkeit vonstatten gehe und dass dringend Handlungsbedarf bestehe. Die Bundesregierung tue zu wenig, sagte Bütikofer.
Der Mensch braucht die Natur.
Die Natur braucht den Menschen nicht.
Bärbel Höhn, stellvertretende Bundesfraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, brachte die Notwendigkeit zu handeln auf den Punkt: Der Mensch könne diesen Versuch die Welt zu erhitzen ruhig wagen. Die Natur werde ihn überleben. Er aber werde das Experiment nicht überstehen.
Mit der Motivation gemeinsam handeln zu wollen, begaben sich die Konferenzteilnehmer am Nachmittag in einzelne Diskussionsforen. Sie besprachen, wie in Zukunft die Probleme bekämpft werden könnten und wie Bündnisse oder Absprachen zwischen den verschiedenen Organisationen dabei helfen werden.
(v.l.:Corinna HölzelGreenpeace, Steffi Lemke/Bündnis 90/Die Grünen,
Florian Schöne/Naturschutzbund Deutschland)
Auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten ist nach Angaben des Umweltverbundes IUCN die Anzahl auf 16.306 angewachsen. Nicht alle diese Arten sind uns so ans Herz gewachsen wie der ebenfalls bedrohte Eisbär. Alle sind aber für das Zusammenspiel in unserem Ökosystem Erde enorm wichtig. Die Artenvielfalt sichert die menschliche Existenz, indem sie uns Nahrung, Trink-Wasser und saubere Luft bereitet.
Täglich sterben unwiderbringlich Arten aus
In seinem Vortrag auf der Konferenz erklärte der Naturwissensschaftler Prof. Dr. Manfred Niekisch, dass heute bereits einige indigene Völker, die keinen Supermarkt in ihrer Nähe hätten, in ihrer Existenz bedroht seien. "Wir in Europa können auf andere Produkte ausweichen. Aber was macht der Indio, dessen Mais nicht mehr wächst aufgrund des Klimawandels?". Die Völkerwanderungen und Kriege in Afrika seien beispielhaft für den entstehenden Kampf um Ressourcen.
Ein Ursachenmix sei verantwortlich für das Zurückgehen der Lebensräume der Tiere und Menschen: die Erhitzung des Klimas durch CO2-Emissionen, das Vordringen der Agrokultur in die Lebensräume der Tiere und Pflanzen, sagte der Professor. (17.02.2007)