"Den Finger in die Wunde gelegt"

Der Besuch des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan hat die Schuldebatte in Deutschland neu angeheizt. Bundesvorsitzende Claudia Roth erklärte am Montag, Erdogan habe mit der Forderung nach mehr türkischen Schulen und Universitäten in Deutschland "den Finger in die Wunde gelegt."

Für die deutsche Integrationspolitik sei es entscheidend, die Zweisprachigkeit von Kindern mit Migrationshintergrund zu fördern. Hierbei seien zweisprachige Europaschulen und der weitere Ausbau von Schulen, in denen sowohl auf deutsch als auch türkisch unterrichtet werde, der richtige Weg, so Roth.

Die grüne Bundesvorsitzende appellierte an die CDU/CSU aus dem Vergleich mit anderen Einwanderungsländern positive Schlüsse zu ziehen. Es habe sich gezeigt, dass zweisprachiger Unterricht entscheidend das interkulturelle Lernen fördere. Gleichzeitig sprach sich Roth für die Ausbildung von Imanen, Fachkräften und Lehrpersonal an Universitäten hierzulande aus. Dies stärke massiv die interkulturelle Kompetenz im Bildungssystem und habe positive Auswirkungen für den Exportstandort.

Roth lobt Auftritt Erdogans

Mit Blick auf den Auftritt des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan in Ludwigshafen äußerte sich die grüne Bundesvorsitzende Claudia Roth lobend. Sein "bemerkenswerter Besuch" habe dazu beigetragen negative Emotionen zu mindern.

Insbesondere habe Erdogan als "erster türkischer Ministerpräsident so klar dazu aufgerufen sich zu integrieren" und, so Roth weiter, den dafür notwendigen Erwerb der deutschen Sprache unterstrichen. (12.02.2008)

LINKS