No!kia – Bochum muss bleiben
In Nordrhein-Westfalen (NRW) hat sich der Protest gegen die Betriebsstilllegung des Nokia-Konzerns ausgeweitet. Am Dienstag demonstrierten in Bochum rund 20.000 Menschen, unter ihnen zahlreiche Grüne wie die Landesvorsitzende Daniela Schneckenburger und der Landesparteichef Arndt Klocke.
„Die heutige breite Demonstration zeigt“, so die grünen Landesvorsitzenden in einer ersten Stellungnahme, „dass die Menschen in NRW nicht bereit sind, die rücksichtslose Entscheidung von Nokia zur Profitmaximierung auf dem Rücken der Beschäftigten in Bochum hinzunehmen.“ Bündnis 90/Die Grünen in NRW rufen derzeit verstärkt die Bürgerinnen und Bürger auf, sich den solidarischen Kundgebungen anzuschließen.
So bieten die Grünen in NRW die Möglichkeit eine Protest-E-Card an Nokia zu schicken. Mit ihr kann die zentrale Forderung zum Ausdruck gebracht werden: "No!kia – Bochum muss bleiben." Darüber hinaus werden Video-Streams aus dem nordrhein-westfälischen Landtag angeboten, in denen der grüne Abgeordnete Ewald Groth den Nokia-Konzern scharf kritisiert: "Das ist abgezockt, was da passiert ist."
Unlängst bescheinigte das Wirtschaftsmagazin "Capital" dem finnischen Konzern einen enormen Gewinn: so habe Nokia in der Handyproduktion im Werk Bochum 134 Millionen Euro erwirtschaftet. Trotz alledem das Werk zu schließen und 1.500 Beschäftigte zu entlassen, sei "offenbar nicht wirtschaftlicher Zwangslage, sondern obszöner Gier geschuldet", kommentierte Reinhard Bütikofer, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/die Grünen, die Entscheidung des Konzerns. (30.01.2008)