Als "mager" stufen Bündnis 90/Die Grünen die Ergebnisse des Kindergipfels, zu dem Kanzlerin Merkel am 19. Dezember mit den Ministerpräsidenten der Länder zusammenkam, ein. Besonders kritisierten die Grünen die Weigerung, Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern.
Nach dem Motto 'Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?' hänge die Kanzlerin nun ihr Fähnchen in den Wind, erklärte Steffi Lemke, Politische Geschäftsführerin der Grünen am Dienstag in Berlin. Auch Bundesvorsitzende Claudia Roth kritisierte am Mittwoch die Nicht-Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz: "Das Gemeinwesen muss zu einer eigenständigen Verantwortung gegenüber Kindern verpflichtet werden", erklärte Roth.
Die Grundgesetzänderung wäre nach Lemkes und Roths Ansicht ein wichtiger Schritt in diese Richtung gewesen. Dass diese nun unter den Tisch fallen soll hält Lemke angesichts von Kindesmisshandlungen, Kindestötungen und steigender Kinderarmut für unverständlich. Vielmehr verkenne, wer sich "diesem grundsätzlichen und absolut notwendigen Schritt verweigert" die Tragweite des Problems und verweigere sich somit einer konsequenten Politik für Kinder.
Roth kritisierte zudem den mangelnden Anstrengungen zum Ausbau der Betreuungs- und Bildungseinrichtungen, denn eine gezielte und individuelle Betreuung durch entsprechend geschultes Personal an Kindergärten und Schulen würde die Lebenssituation vieler Kinder entscheidend verbessern, so die Bundesvorsitzende.