Portrait Claudia Roth
PM Nr.297/07 vom 13.12.2007

Kalter Ökonomismus befördert menschenfeindliche Einstellungen

Zu den Ergebnissen von Wilhelm Heitmeyers Langzeitstudie „Deutsche Zustände“ erklärt Claudia Roth, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen:

„Die Langzeitstudie von Wilhelm Heitmeyer zeigt die drohende Gefahr, dass aus einer sozialen Marktwirtschaft eine unsolidarische und kalte Marktgesellschaft wird, eine Gesellschaft, die alle sozialen Beziehungen ökonomisiert und nur noch in Kriterien der Effizienz und Nützlichkeit denkt.

Und die Studie zeigt, dass der wirtschaftliche Aufschwung noch nicht in der Breite der Gesellschaft angekommen ist. Trotz sinkender Arbeitslosenzahlen besteht die soziale Spaltung fort. Das Leben vieler Menschen bleibt von tiefen Abstiegsängsten geprägt.

Kälte und Abstiegsangst sind ein Nährboden für menschenfeindliche Einstellungen, nicht zuletzt für Neonazismus, Rassismus und Antisemitismus. Wer den Kampf gegen rassistische und menschenfeindliche Haltungen nicht nur kurzfristig und symbolisch, sondern langfristig und wirksam führen will, muss für eine solidarische Gesellschaft kämpfen - und gegen die inhumane Ökonomisierung aller menschlichen Beziehungen, von der neoliberale Ideologen träumen.

Die Studie zeigt, dass der Kampf für den Erhalt der Programme gegen Rechtsextremismus wichtig und richtig war, um demokratische und humanistische Werte zu stärken.“

 

 


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