Tausende demonstrieren für Klimaschutz

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Tausende Bürgerinnen und Bürger gingen am Samstag in Berlin, Neurath sowie an vielen weiteren Orten in Deutschland auf die Straße, um für eine bessere Klimaschutz-Politik zu demonstrieren. International forderten Demonstranten in mehr als 50 Städten mehr Klimaschutz. Ein kraftvoller Appell an die Entscheidungsträger auf Bali.

Noch bis zum 14. Dezember wird bei der Uno-Weltklimakonferenz auf der indonesischen Insel Bali um die Zukunft des globalen Klimaschutzes gerungen. Die Halbzeit der Verhandlungen, der 8. Dezember, wurde daher von Umweltverbänden und sozialen Bewegungen Globalen Klima-Aktionstag ausgerufen. Anlässlich der drohenden Blockaden und als Warnung vor bloßer Symbolpolitk gingen heute in mehr als 50 Städten zehntausende Menschen auf die Straßen, um für einen effektiven Klimaschutz zu demonstrieren.

Auch in Deutschland folgten tausende Bürgerinnen und Bürger dem Aufruf der "Klima-Allianz", einem Bündnis aus mittlerweile über 80 Organisationen: In Berlin zog ein bunter Protestzug durch die Stadt, forderten Klima-Aktivisten "Klimaschutz Jetzt" und riefen mit Transparenten und Sprechchören zu einer effektiven Klimapolitik auf.

Vom Berliner Dom zogen die Demonstranten zunächst zur Kundgebung am Brandenburger Tor. Dort forderten die Vertreter der Klima-Allianz sofortige Maßnahmen zum Klimaschutz, in erster Linie den Baustopp für neue Kohlekraftwerke sowie die Einführung eines Tempolimits auf Autobahnen. Höhepunkt der Kundgebung war die Rede die Trägerin des Alternativen Nobelpreises, Vandana Shiva. Sie rief wortgewaltig zu einem einfacheren Lebensstil in den Industrieländern auf. "Was gut ist für die Armen ist gut für alle". Die Botschaft an die Klimakonferenz in Bali, sei, so Shiva weiter: "Die Menschheit habe nur die eine Erde und die eine Atmosphäre. Die Klimakatastrophen vor allem in Südostasien hätten gezeigt, dass die Welt nicht warten könne."
Am Abend wurde die Demonstration mit einem Lampionzug zum Kanzleramt fortgesetzt, wo einem Vertreter der Bundesregierung das Positionspapier der Klima-Allianz übergeben wurde.

Auch am Bauplatz eines neuen Kohlekraftwerkes in Neurath bei Düsseldorf demonstrierten hunderte Menschen gegen die herrschende Klimapolitik. Weitere Demonstrationen fanden an vielen Orten in Deutschland statt, so beispielsweise gegen den Energieversorger in Mannheim, wo ebenfalls ein neues Kohlekraftwerk geplant ist.

Bündnis 90/Die Grünen folgten dem Aufruf der Klima-Allianz und mobilisierten für die Demonstrationen. "Denn", so der Grüne Bundesvorsitzende Reinhard Bütikofer, "Klimaschutz braucht beides: Eine andere Politik und eine engagierte Zivilgesellschaft!". Die Grünen-Fraktionschefin im Bundestag, Renate Künast, zeigte sich daher auch zufrieden mit der großen Zahl der Demonstranten. "Dieser Druck von unten" sei notwendig, sagte sie. "Das ist der Beginn einer neuen sozialen Bewegung."

Die Demonstrationen bilden den Höhepunkt der grünen Klimatage zu Bali. Zwei Wochen lang werben Grüne bundesweit mit Partys für den Wechsel zu Ökostrom, führen klimafreundliche Mobilität vor, demonstrieren gegen den Bau neuer Kohlekraftwerke und verteilen die grüne Klimazeitung auf Wochen- und Weihnachtsmärkten.

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