"Kinderarmut ist ein Schandfleck"

Portrait Claudia Roth

Bündnis 90/Die Grünen betrachten die zunehmende Kinderarmut mit größter Sorge. Mit Blick auf die Ergebnisse der OECD-Studie sagte die Bundesvorsitzende Claudia Roth: "Kinderarmut ist nicht akzeptabel. Sie ist ein großer Schandfleck für die Bundesrepublik".

Die OECD-Studie zu Kinderarmut lege den Finger in die Wunde: In Deutschland wachsen mehr Kinder in Armut auf als in den meisten anderen Industriestaaten. Bündnis 90/Die Grünen würden in ihrer Politik einen Schwerpunkt auf die Bekämpfung der Kinderarmut setzen, so Roth: "Kinderarmut wirkungsvoll zu bekämpfen ist ein zentrales Ziel unseres Parteitagsbeschlusses zur Sozialpolitik vom vergangenen Wochenende in Nürnberg."

Eines der größten Probleme sei die katastrophale Unterversorgung mit Krippenbetreuungsplätzen, sagte Roth: "Bei den Investitionen hierfür liegt Deutschland weit unter OECD-Durchschnitt und stellt nur für 9 Prozent der Kinder unter drei Jahren Betreuungsplätze zur Verfügung, während in Skandinavien für 40 bis 60 Prozent der Kinder solche Plätze zur Verfügung stehen." Entsprechend gering sei in Deutschland die Beschäftigungsquote von Alleinerziehenden. Roth forderte einen "massiven quantitativen und qualitativen Ausbau von Betreuungsplätzen".

Zugleich erneuerte sie grüne Kritik am Betreuungsgeld, das Teile der Union einführen wollen: Das Betreuungsgeld stelle einen "vollkommenen Irrweg" dar, es dränge vor allem Frauen aus dem Arbeitsleben und verringere im Ergebnis damit nicht Kinderarmut, sondern verfestige sie. "Das Betreuungsgeld wäre nicht nur eine bildungs-, sondern auch eine sozialpolitische Katastrophe. Es gehört schnellstens vom Tisch." (30.11.2007)

 

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