Portrait Claudia Roth
PM Nr.292/07 vom 30.11.2007

Nicht der Überbringer schlechter Nachrichten ist das Problem

Zu den Forderungen von Unions-Bildungspolitikern, aus den Pisa-Vergleichen auszusteigen, und der Unions-Kritik an OECD-Koordinator Andreas Schleicher erklärt Claudia Roth, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen:

"Wenn Unions-Bildungspolitiker aus den Pisa-Vergleichen der OECD aussteigen wollen, dann verschließen sie die Augen vor der Realität. Denn nicht die Vergleiche sind das Problem, und auch nicht die Überbringer schlechter Nachrichten, sondern die gravierenden Mängel in Deutschland, die von der Unions-Bildungspolitik mit verursacht sind. Statt die Wahrheit anzunehmen, beginnen die Unions-Kultusminister ein billiges Ablenkungsmanöver mit ihrer Kritik an Andreas Schleicher.

Neun macht klug: Daher fordern wir, dass alle Kinder neun Jahre gemeinsam lernen können sowie außerdem ein flächendeckendes Angebot an Ganztagsschulen.

Deutschland hat eines der sozial ungerechtesten Bildungssysteme im Vergleich der Industriestaaten. Kinder werden viel zu früh aussortiert. Kinder aus bildungsferneren Schichten haben viel weniger Chancen auf eine höhere Bildung als anderswo. Soziale Unterschiede werden in einem starren dreigliedrigen System verfestigt. Das ist die schlichte Wahrheit. Wer sie ausspricht, leistet einen Beitrag für mehr Bildungsgerechtigkeit. Wer sie verschweigt und verdrängt, versündigt sich an der Zukunft von hunderttausenden Kindern und Jugendlichen."


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