Astrid Rothe-Beinlich
PM Nr.291/07 vom 30.11.2007

Auf familienpolitischen Abwegen

Zu den Äußerungen von Christa Müller, familienpolitische Sprecherin der Linkspartei im Saarland, erklärt Astrid Rothe-Beinlich, Mitglied im Bundesvorstand und Frauenpolitische Sprecherin von Bündnis 90/ Die Grünen:

"Mit ihrem erneuten Vorstoß offenbart Christa Müller, familienpolitische Sprecherin der Linkspartei in Saarland, zum wiederholten Male ihr ultra-konservatives Familienbild. Erneut fordert sie die Einführung eines Erziehungsgehalts für Eltern und einen siebenjährigen Elternurlaub. Frau Müller argumentiert damit gegen die frühkindliche Bildung in einer Kindereinrichtung und stärkt indirekt ein längst überkommenes Rollenklischee, das Frauen vor allem den Platz am heimischen Herd zuweist. Ein solches Erziehungsgeld verbunden mit einem derart langen Zeitraum grenzt Frauen systematisch vom Erwerbsleben aus. Nach wie vor sind es vor allem Frauen, die sich um die Erziehung ihrer Kinder kümmern. Mit dem Müllerschen Erziehungsgeld werden für viele Frauen massive Anreize gesetzt, dauerhaft zu Hause und somit alimentiert zu bleiben.

Um wirkliche Wahlfreiheit für Eltern zu schaffen und die Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf für Frauen und Männer zu ermöglichen, bedarf es vor allem einer starken Infrastruktur im Bereich der frühkindlichen Bildung – und zwar von Anfang an – genauso wie bei den Schulen.

Mit der Forderung nach einem Erziehungsgeld bestärkt Frau Müller die Vorstellung, dass das Glück der Frauen ausschließlich in der Mutterschaft liege. Dies ist ein Schlag ins Gesicht aller Frauen, die auf Selbstbestimmung und echte Wahlfreiheit gleichermaßen setzen."


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