Claudia Roth
PM Nr.260/07 vom 04.10.2007

Mixa vollkommen von der Rolle

Zu den Äußerungen des Augsburger Bischofs Mixa erklärt Claudia Roth, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen:

„Wenn Mixa mit Blick auf die dringend nötige Verbesserung des Krippenangebots von einem ,Umerziehungsprogramm’ redet, dann spielt er mit der sprachlichen Nähe zu Verbrechen von Gulag bis Pol Pot. Er verhöhnt Menschen, die Opfer von schlimmen Untaten wurden und diskreditiert das Engagement für bessere Kinderbetreuung auf absolut unerträgliche Weise. Mixas Worte können so nicht stehen bleiben, sie sind eine Beleidigung für liebende Eltern und engagierte ErzieherInnen, die das beste für die Zukunft der Kinder wollen. Der Bischof muss sich entschuldigen. Mit seinen weltfremden und ausgrenzenden Thesen stellt sich Bischof Mixa so weit ins Abseits, dass man sich nicht wundern muss, dass immer mehr Menschen der katholischen Kirche in Deutschland den Rücken kehren.

Auffallend ist, dass der rechtskonservative deutsche Klerus jetzt fast im Wochentakt solche sprachlichen Entgleisungen produziert. Meisner spricht von ,Entartung’ der Kultur und von Abtreibung als neuem ,Holocaust’, Bischof Hanke vergleicht das Warschauer Ghetto mit Ramallah, und Mixa redet schon mal von Frauen, die Kinderbetreuung in Anspruch nehmen, als ,Gebärmaschinen’.

Bei diesen Seelenhirten, die doch eigentlich das Wort Gottes verkünden sollen, klingt es so, als ob der mit dem Pferdefuß Zunge und Feder führen würde! Es ist unverständlich, warum die Führung der katholischen Kirche in Deutschland die Dinge so lange treiben lässt.“

 


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