
Eigentor des BDI
Zur BDI-Studie über Kosten und Potentiale der Treibgasemissionen in Deutschland erklärt
Reinhard Bütikofer, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen:
„Der BDI hat mit der von ihm veröffentlichten McKinsey-Studie ein Eigentor geschossen. Beweisen wollte er mit der Studie, dass die von der Politik vorgegeben Klimaziele nicht ohne erhebliche wirtschaftliche Nachteile erreichbar seien. Doch die Kostenanalyse von BDI und McKinsey ist falsch, weil einseitig. Der BDI hat die Kosten außer Acht gelassen, die drohen, wenn der Klimawandel außer Kontrolle gerät. Und der BDI hat Energieeffizienzpotentiale außer Acht gelassen, die längst auf der Hand liegen. Klare Zielvorgaben beim Klimaschutz befördern einen Innovationsschub. Auch das rechnet der BDI nicht ein. Kurz: Der BDI hat versucht, Klimaschutz schlecht rechnen zu lassen.
Doch erstaunlicherweise ergibt sich selbst unter diesen ungünstigen Annahmen ein Energieeffizienzpotential von über 30 Prozent. Realistisch gerechnet heißt das: Die Reduktion der CO2-Emissionen um 40 Prozent bis 2020 ist kein unerfüllbares Hexenwerk, sondern absolut erreichbar.
Man sieht der BDI-Studie an, wie stark die Energielobby und die Autolobby den BDI gebremst haben. Doch die Studie wird für die Bremser zum Eigentor. Die Einsicht ist nämlich damit nicht aufzuhalten, dass tatsächlich ökologische Innovation nicht eine Zumutung, sondern ein Erfolgsprojekt ist. Zu diesem Eigentor möchte ich den Lobbyisten herzlich gratulieren.“
Sigrid Wolff, Pressesprecherin, Platz vor dem neuen Tor 1, 10115 Berlin
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