
Alleinverdienerehe unter Artenschutz?
Zur heutigen Meldung, Ursula von der Leyen wolle das Ehegattensplitting kappen und derunverzüglichen Dementierung des Familienministeriums, erklärt Astrid-Rothe-Beinlich, Frauenpolitische Sprecherin und Mitglied im Bundesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen:
„Schade, dass Frau von der Leyen diesen zaghaften und dabei längst überfälligen Schritt nun doch nicht wagt oder wagen darf. Es ist höchste Zeit für die Union zur Kenntnis zu nehmen, dass Familie in vielfältiger Form gelebt wird und keineswegs nur in der klassischen Hausfrauenehe. Die einseitige steuerliche Bevorzugung der Alleinverdienerehe entspricht schon lange nicht mehr dem Lebensentwurf der meisten Männer und Frauen – sie gehört abgeschafft.
Wir Grüne setzen uns für eine Individualbesteuerung mit einem übertragbaren Höchstbetrag ein. Auch Familiensplittingmodelle à la von der Leyen sind keine Antwort auf die sozial ungerechten Wirkungen des Ehegattensplittings. Die Ausdehnung des Splittings auf Kinder bevorzugt besser verdienende Einkommensschichten und verschärft die soziale Schieflage – anstatt sie zu beheben.
Zukunftweisend ist unser Modell, das zum einen die Erwerbstätigkeit von Frauen fördert und damit auch dem drohenden Fachkräftemangel begegnet und zum anderen bewirkt, dass die Mittel zur Unterstützung von Kindern zielgerichteter angewandt werden können. Sollte die Union weitere Anregungen brauchen, wie eine emanzipierte Frauen- und Familienpolitik aussehen kann, sind wir gerne bereit, unsere Konzepte zur Verfügung zu stellen.“
Sigrid Wolff, Pressesprecherin, Platz vor dem neuen Tor 1, 10115 Berlin
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