Grüner Einsatz für Werra und Weser

An einem Fünf-Länder-Aktionstag am vergangenen Wochenende haben Grüne aus Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Bremen und Thüringen gemeinsam gegen die Versalzung von Werra und Weser protestiert.
Mit Infoständen in 15 Städten und Radtouren entlang der Werra wollten die Grünen auch ein klares Zeichen gegen die Pläne der K+S AG setzten, eine neue Abwasserpipeline zur Werra zu bauen.
"Zum ersten Mal ist es uns gelungen, in allen fünf Ländern parallel entlang der betroffenen Flüsse auf die Problematik der Versalzung hinzuweisen und Menschen zu gewinnen, um gegen das Vorhaben der K+S AG zu unterschreiben, die Werra erneut als Abwasserkanal zu missbrauchen", resümierten Jürgen Trittin, Parteiratsmitglied und stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Bundestag, Sigrid Erfurth, hessische Landtagsabgeordnete, und Astrid Rothe-Beinlich, Mitglied im Bundesvorstand der Bündnis 90/Grünen, gleichermaßen erfreut. "Der Tag hat erneut deutlich gemacht, dass die Werra als lebendiger Fluss endlich eine Zukunft haben muss", unterstrich Rothe-Beinlich.
Die K+S AG ist ein deutsches Bergbauunternehmen mit den Schwerpunkten der Kali- und Salzförderung. Große Kali-Abbaugebiete der Firma verlaufen entlang der Werra im Bereich Hessens und Thüringens. In den Fluss, der sich in seinem Verlauf mit der Fulda zur Weser vereint, wird über Pipelines Salzlauge als Abfallprodukt des Abbaus abgeleitet.
Die Grünen haben im hessischen Landtag einen Antrag eingebracht, der eine drastische Reduzierung der Grenzwerte bei der Einleitung von Salzlauge in die Werra ab 2012 fordert, ab 2020 soll diese vollständig unterbleiben. Der Antrag wird von allen Landtagsfraktionen geschlossen unterstützt.
Das Problem der Versalzung sei aber nicht auf Hessen beschränkt: "Flüsse kennen keine Grenzen", stellten die grünen Aktivisten klar. "Wir appellieren an alle fünf betroffenen Bundesländer sich gemeinsam für die Werra und Weser einzusetzen." Dem Abbauunternehmen komme hierbei ein hervorgehobene Verantwortung zu: "Wir fordern die K+S AG auf, endlich Alternativen für die Entsorgung der Abwässer aufzuzeigen." (28.08.2007)