G8 sind ignorant und arrogant

Claudia Roth

Der G8-Gipfel in Heiligendamm ist nach Ansicht der Grünen gescheitert. Auf dem Treffen sei es nicht gelungen, schlüssige Antworten auf die zentralen Zukunftsfragen zu finden, sagte die Bundesvorsitzende Claudia Roth. Stattdessen hätten sich die Staats- und Regierungschefs "ignorant und arrogant" gezeigt.

Beim Klimaschutz zum Beispiel fehlten konkrete Maßnahmen, kritisierte Roth. "Ein Ergebnis hätte her gemusst", sagte die Bundesvorsitzende. Statt sich darauf zu einigen, die globale Erwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, seien nur allgemeine Beschlüsse gefasst worden. "Dass der Klimaschutzprozess unter dem Dach der UNO stattfinden soll, ist eine Selbstverständlichkeit."

Auch bei der Hilfe für Afrika sei der Gipfel weit hinter seinen Möglichkeiten zurückgeblieben. "Die Beschlüsse sind nichts anderes als das, was beim letzten G8-Gipfel Gipfel in Gleneagles schon einmal beschlossen, aber nicht umgesetzt wurde", sagte Roth. Auch Deutschland habe seine damals gemachten Zusagen nicht eingehalten.

Beim Thema Welthandel etwa hätten die EU und die USA ihre Bereitschaft erklären können, ihre Agrarsubventionen abzubauen. Damit könnte man die Bauern in Afrika in Lage versetzen, ihre Armut aus eigener Kraft zu überwinden. Die versprochenen Mittel für die Bekämpfung von AIDS seien dringend notwendig, sagte Roth. "Aber es muss auch der Zugang zu preisgünstigen Medikamenten sichergestellt werden."

Ausdrücklich lobte Roth die zahlreichen Veranstaltungen rund um den G8-Gipfel. Rund 2000 Menschen hätten auf dem Alternativgipfel in Rostock in vielen Arbeitsgruppen und Workshops spannende Themen diskutiert. "Da hat es sich gelohnt, vor Ort zu sein."

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