„Eine andere Welt ist möglich“

Demonstration gegen G8-Gipfel

Zehntausende protestierten am Samstag unter dem Motto "Eine andere Welt ist möglich" in Rostock für eine gerechte Globalisierung und gegen den bevorstehenden G8-Gipfel in Heiligendamm. Am Rande der Großdemonstration kam es zu Ausschreitungen zwischen gewalttätigen Autonomen und der Polizei.

Demo gegen G8-Gipfel in Rostock

Über Nacht und im Laufe des Vormittags waren Tausende G8- und Globalisierungskritiker mit Bussen und Sonderzügen nach Rostock gereist, darunter auch mehrere Busse von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Von den zwei Treffpunkten am Hauptbahnhof und am nordwestlichen Stadtrand zogen die Protestzüge durch die Innenstadt zur zentralen Kundgebung am Stadthafen. Die Teilnehmer demonstrierten für Klimaschutz, Frieden und eine gerechtere Weltwirtschaft. Auf Transparenten stand unter anderem zu lesen: "Eine andere Welt ist möglich", "Wir sind keine Terroristen, wir träumen nur von einer besseren Welt" oder "Stoppt die globale Erwärmung". Die Veranstalter sprachen von 80.000 Teilnehmern, die Polizei von 25.000.

An dem Protestmarsch beteiligten sich auch zahlreiche Mitglieder und Abgeordnete von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Sie liefen gemeinsam mit Vertretern von Umweltorganisationen wie Greenpeace und BUND im "Klimablock". Mit zwei sechs Meter hohen Schneemann-Figuren forderte Greenpeace von den G8-Staaten, den Gipfel zu nutzen, um verbindliche CO2-Reduktionsziele von mindestens 30 Prozent bis 2020 zu vereinbaren. Redner der Kundgebung warfen den G8-Staaten vor, ihrer Verantwortung für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Umwelt nicht gerecht zu werden. "Es ist ein starkes Zeichen, dass heute so viele unterschiediedliche Gruppen für eine gerechte Globalsierung und für entschiedenen Klimaschutz demonstrieren", so die Bundesvorsitzende der Grünen, Claudia Roth, während des Protestmarsches.

Demo gegen G8-Gipfel in Rostock

Der friedliche Protest der großen Mehrheit wurde von Krawallen gewalttätiger Autonomer überschattet. Während der Demonstrationszug aus Richtung Stadtautobahn friedlich verlief, löste sich aus dem zweiten Zug ein Block schwarz-vermummter Demonstranten und griff mit Steinen, Flaschen und Brandsätzen Polizeibeamte an. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein. Die Organisatoren der Demonstration machten nach der Veranstaltung die Autonomen für die Ausschreitungen verantwortlich. Bündnis 90/Die Grünen verurteilten die Gewalt. (02.06.2007)