UN-Klimabericht ist Handlungsappell

Schnell muss die Menschheit den Klimawandel eindämmen. Zu dem Ergebnis kommt der 3. Teil des UN-Klimaberichts. Zudem beziffert er die Kosten für wirksamen Klimaschutz mit weniger als einem Tausendstel der jährlichen Weltwirtschaftsleistung. Die Grünen begrüßen die klaren Aussagen des Klimaberichts.
"Der Bericht bietet keine Basis für Fatalismus und Defätismus", betonten Reinhard Bütikofer, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, und Rebecca Harms, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion GREENS/EFA im Europaparlament in einer gemeinsamen Presseerklärung.
Der Bericht des UN-Welklimarats IPCC, der am Freitag in Bangkok veröffentlicht wurde, beschreibt ein Zeitfenster von acht Jahren, um den Klimawandel auf ein beherrschbares Maß zu bringen. Spätestens 2015 dürften die Treibhausemissionen nicht weiter ansteigen, heißt es im IPCC-Bericht, damit die Erderwärmung auf 2 bis 2,4 Grad Celsius begrenzt werde. Der dritte und letzte Teil des UN-Berichts beschäftigt sich mit den möglichen Maßnahmen für den Klimaschutz. Im Februar und April waren Teil 1 und 2 erschienen, die die wissenschaftlichen Grundlagen und die weltweiten Folgen des Klimawandels aufzeigen.
"Klare Forderung" an die G8
Die weltweiten Kosten für den notwendigen Klimaschutz sind nach Angaben des UN-Klimarats weitaus geringer, als viele Katastrophenszenarien es angeben. Pro Jahr müssten demnach weniger als 0,12 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts für Klimaschutzmaßnahmen aufgewendet werden. "Die notwendigen Belastungen zur Vermeidung der Klimakatastrophe sind finanzierbar", erklärten die Grünen Harms und Bütikofer und forderten: "Die reichen Industrieländer müssen dabei den Entwicklungsländern helfen."
Im UN-Klimabericht sehen die beiden Grünen eine "klare Forderung" an die acht großen Industriestaaten, die im Juni zum G8-Gipfel in Heiligendamm zusammenkommen. "Dort muss Kanzlerin Merkel die Teilnehmerländer auf das 2 Grad Ziel verpflichten", so Bütikofer und Harms. Die Grünen fordern, dass sich die G8 darauf einigen, alle Maßnahmen zu ergreifen, um eine Beschränkung der Erderwärmung auf maximal 2 Grad zu erreichen.
Warnung: Atomkraft bleibt ungerechtfertigtes Risiko
Zudem warnten der Grünen-Vorsitzende und die Europapolitikerin davor, mit fadenscheinigen Argumenten die Atomkraft als Klimaschutz-Energie darzustellen. "Wir wenden uns deshalb gegen jeden Versuch, die Atomkraft aufzuwerten und als Übergangsenergie zustimmungsfähig zu machen", stellten Harms und Bütikofer klar. Unfälle in Atomkraftwerken, ewig strahlender Atommüll und militärischer Missbrauch machten die Atomenergie zu einem "Megarisiko". Viele Szenarien zeigten, dass statt dessen auf Energie- und Ressourceneffizienz und auf Erneuerbare Energien gesetzt werden müsse. (04.05.2007)